
Disability Ethics and Preferential Justice: A Catholic Perspective
Menschen mit Behinderungen machen mindestens 15 Prozent der Weltbevölkerung aus, doch in der Theologie ist das Thema Behinderung weitgehend unbekannt und unerforscht. Darüber hinaus werden viele Menschen im Laufe ihres Lebens durch alters- oder unfallbedingte Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit zu dieser Minderheit. Zu wenige Menschen, die keine unmittelbare Erfahrung mit Menschen mit Behinderungen haben, kümmern sich jedoch nicht um diese größte und vielfältigste Minderheit von Menschen auf der ganzen Welt.
Disability Ethics and Preferential Justice (Behindertenethik und Vorzugsgerechtigkeit) ist eine Antwort auf den Mangel an theo-ethischen Überlegungen zum Thema Behinderung und vertritt die Auffassung, dass Gerechtigkeit einen Vorzugsschutz für Personen und Gemeinschaften von Menschen mit Behinderung erfordert. Mary Jo Iozzio führt in die Grundlagen der Realität von Menschen mit Behinderungen und in die Umgangsformen für diejenigen ein, die ihre Abwesenheit bei den üblichen menschlichen Aktivitäten nicht erkannt haben. Sie nutzt die Reflexion über das Bild Gottes als Grundlage für eine theologische Linse innerhalb der Behindertenethik und deckt persönliche und systemische Formen der Kontrolle auf, die nichtbehinderte Menschen (wissentlich oder unwissentlich) ausüben, um ihre Macht über Menschen mit Behinderungen zu erhalten. Sie bietet Strategien an, die auf der katholischen Soziallehre beruhen, um bewusstes Handeln in einer zunehmend inklusiven und partizipativen Kirche und Gesellschaft anzuregen.
Iozzio lädt die Leserinnen und Leser ein, über ihre Antworten auf Fragen der Inklusion von Menschen mit Behinderungen in den gemeinsamen Räumen nachzudenken, zu denen wir alle Zugang haben sollten. Sie hinterfragt sowohl säkulare Räume als auch die Reaktion der Kirche auf Menschen mit Behinderungen, insbesondere was die strukturelle Zugänglichkeit zum Gottesdienst, zu den Sakramenten und zur Gemeinschaft betrifft.