
Disability as a Fluid State
Behinderung wird häufig in einer Weise beschrieben, die den Eindruck erweckt, es handele sich um einen dauerhaften und relativ stabilen Zustand. Selbst wenn sie als sozial konstruiert beschrieben wird, wird damit impliziert, dass eine Beeinträchtigung zu einem dauerhaften Status als "behindert" führt.
In diesem Band wird argumentiert, dass die Beziehung zwischen Beeinträchtigung (körperlicher Zustand) und Behinderung weder fest noch dauerhaft ist, sondern fließend und nicht leicht vorhersehbar. Wenn dies zutrifft, müssen wir außerdem die Art und Weise, wie wir Behinderung messen, überdenken. In diesem Band wird versucht, Behinderung nicht als statisches, sondern als dynamisches Phänomen zu begreifen, das mit sozialen, kulturellen und historischen Kontexten verbunden ist.
Er ist Teil des neuen sozialwissenschaftlichen Schwerpunkts, der auf Fluidität statt auf Stillstand setzt. In den Beiträgen dieses Bandes wird Behinderung auf allen Ebenen untersucht.
Einige befassen sich mit Interaktionsprozessen auf der Mikroebene, die körperliche Zustände in Behinderungen oder Beeinträchtigungen in Normalität umwandeln, andere mit kulturellen Unterschieden im Laufe der Zeit bei der Definition von Behinderung und wieder andere mit der Frage, wie soziale Prozesse und Institutionen den Status von Behinderung schaffen oder verleugnen. Die Beiträge unterstützen die Konzeptualisierung der Fluidität von Behinderung und haben Auswirkungen auf ihre Messung.