Behinderung, Missbildung und Krankheit in den Märchen der Grimms

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Behinderung, Missbildung und Krankheit in den Märchen der Grimms (Ann Schmiesing)

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Originaltitel:

Disability, Deformity, and Disease in the Grimms' Fairy Tales

Inhalt des Buches:

Obwohl Dutzende von behinderten Figuren in den Kinder- und Hausmärchen der Grimms auftauchen, ist das Thema Behinderung in dieser Sammlung von der Wissenschaft weitgehend unerforscht geblieben. In Disability, Deformity, and Disease in the Grimms' Fairy Tales (Behinderung, Missbildung und Krankheit in den Grimm'schen Märchen) analysiert die Autorin Ann Schmiesing verschiedene Darstellungen von Behinderungen in den Märchen und zeigt außerdem, wie die Bearbeitung (oder "Prothetisierung") der Grimm'schen Märchen über sieben Ausgaben hinweg die Darstellung von Behinderungen und damit zusammenhängenden Erscheinungsformen körperlicher Unterschiede sowohl in vielen einzelnen Märchen als auch in der Sammlung insgesamt erheblich beeinflusst hat.

Schmiesing beginnt mit einer Untersuchung der Instabilitäten in der Grimmschen Konzeption des Märchens als einer gesunden und robusten Gattung, die dennoch beschädigt wurde und in ihren organischen Zustand zurückversetzt werden muss. In Kapitel 2 vertieft sie dieses Argument durch die Untersuchung von Märchen wie "Die drei Armeechirurgen" und "Bruder Lustig", die vor dem Hintergrund des Krieges die Bemühungen der Figuren um die Wiederherstellung der Ganzheit des geschädigten oder kranken Körpers problematisieren. In Kapitel 3 untersucht sie die Vergeschlechtlichung von Behinderung in den Grimmschen Märchen mit besonderem Augenmerk auf die Grimmschen Bearbeitungen von "Das Mädchen ohne Hände" und "Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich". In Kapitel 4 untersucht Schmiesing die Widersprüche in der Darstellung von Figuren wie Hans, mein Igel, und der Esel als Krüppel und "Superkrüppel" - eine Figur, die auf wundersame Weise ihre Behinderung "überwindet" und trotz sozialer Stigmatisierung triumphiert. In Kapitel 5 untersucht Schmiesing Erzählungen, in denen keine magische Auslöschung von Behinderung stattfindet, sondern in denen Protagonisten dargestellt werden, die Behinderung durch andere persönliche Fähigkeiten oder Eigenschaften bildlich "überwinden".

Die Grimms beschrieben das Märchen mit Metaphern von Körperlichkeit und Ganzheit und vertraten eine romantische Sichtweise ihres Redaktionsprozesses als organische Wiederherstellung. Disability, Deformity, and Disease in the Grimms' Fairy Tales (Behinderung, Missbildung und Krankheit in den Grimm'schen Märchen) zeigt jedoch, inwieweit die persönlichen Erfahrungen der Grimms mit Behinderung und Krankheit die Märchen beeinflusst haben, und offenbart die vielen behinderungsbezogenen Änderungen, die in den Märchen vorhanden sind. Leser, die sich für Märchen- und Behindertenforschung interessieren, werden diese sorgfältige Lektüre der Grimmschen Märchen zu schätzen wissen.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9780814338414
Autor:
Verlag:
Sprache:Englisch
Einband:Taschenbuch

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