Bewertung:

Das Buch „Berlin in Lichtern“ bietet eine persönliche Perspektive auf die Zwischenkriegszeit in Deutschland anhand der Tagebücher von Harry Kessler. Obwohl es wertvolle Einblicke in die politische, soziale und kulturelle Landschaft dieser Zeit bietet, wird sein Wert durch ein schlechtes Lektorat und fehlende kontextuelle Hinweise für Leser, die mit den historischen Bezügen nicht vertraut sind, etwas geschmälert.
Vorteile:⬤ Sehr fesselnde und aufschlussreiche Perspektive auf die Zwischenkriegszeit
⬤ gut übersetzt mit einem Gefühl der Unmittelbarkeit
⬤ faszinierender Kommentar zu Kunst und Kultur
⬤ Kessler gilt als bedeutender Tagebuchschreiber
⬤ bietet Ansichten aus erster Hand über den Aufstieg des Nationalsozialismus
⬤ sehr empfehlenswert für Geschichtsinteressierte.
⬤ Die Qualität des Lektorats ist uneinheitlich, mit sachlichen Fehlern
⬤ es fehlt der notwendige Kontext für bestimmte Personen und Ereignisse
⬤ die Fußnoten sind manchmal ungünstig am Ende des Buches platziert
⬤ setzt voraus, dass die Leser Vorkenntnisse über historische Persönlichkeiten haben
⬤ einige Teile des französischen Textes sind nicht übersetzt.
(basierend auf 13 Leserbewertungen)
Berlin in Lights: The Diaries of Count Harry Kessler (1918-1937)
Berlin in Lights ist die Sammlung der Tagebücher des deutschen Aristokraten Harry Kessler aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, die von der New York Times als bemerkenswertes Buch ausgezeichnet wurde. Graf Harry Kessler (1868-1937), Sohn eines deutschen Bankiers und einer irischen Schönheit, war ein Diplomat und Verleger, der sich mühelos in der Welt der Kunst, Politik und Gesellschaft bewegte.
Er lebte in Berlin, reiste aber auch durch ganz Europa, immer mit einem wachen Auge für das politische Klima der jeweiligen Zeit. In seinen Tagebüchern taucht eine außergewöhnliche Vielfalt von Menschen auf: Einstein verwickelt ihn in lange Diskussionen über seine Theorien, und Josephine Baker tanzt nackt in Kesslers Salon. Kessler hat mit Bertolt Brecht, Kurt Weill und Erik Satie zu Mittag gegessen und mit Max Reinhardt, George Grosz, Virginia Woolf, Jean Cocteau und Andre Gide zu Abend gegessen, um nur einige zu nennen.
Seine Tagebücher sind ein Spiegelbild dieser turbulenten Zeit und berichten aus erster Hand über den qualvollen Zusammenbruch und den Tod des Weimarer Deutschlands und die Ankunft der Nazis. Die wunderschön geschriebenen Tagebücher geben einen seltenen Einblick in die frenetische, ständig wechselnde Stimmung und vermitteln uns ein brillantes Porträt von Deutschland und Europa in der Zwischenkriegszeit.
Was sein Tagebuch auszeichnet, ist Kesslers distanzierter Ton -- seine Eleganz, Präzision und Scharfsinnigkeit. -- Iain Bamforth, The New York Times Book Review.