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Moving Images: Psychoanalytic reflections on film
Die Erfahrung, Filme zu sehen - so unterhaltsam, bewegend, lehrreich, beängstigend oder aufregend sie auch sein mögen - kann durch die Möglichkeit bereichert werden, sie aus unkonventionellen Perspektiven zu reflektieren. Psychoanalytische Überlegungen zum Film: Moving Images bietet seinen Lesern in verständlicher Sprache eine solche Sichtweise, die von Andrea Sabbadinis psychoanalytischen Erkenntnissen und therapeutischen Erfahrungen geprägt ist. Anhand eines psychoanalytischen Interpretationsansatzes werden etwa fünfundzwanzig wichtige Spielfilme als künstlerische Träger neuer, unvermuteter Bedeutungen diskutiert.
Das erste Kapitel befasst sich mit Filmen, die die psychoanalytische Arbeit selbst darstellen, wobei Therapeuten und ihre Patienten die Hauptfiguren sind. Die übrigen fünf Kapitel befassen sich mit Filmen zu Themen, die für analytische Theoretiker und Kliniker von zentraler Bedeutung sind, z. B. die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und die verschiedenen Arten von intimen Beziehungen zwischen Erwachsenen. Zu den letzteren gehören die romantische Liebe und ihre beunruhigende Verbindung zu Todesfantasien, Erotik und Prostitution sowie voyeuristisches Begehren - ein bedeutsames Phänomen in diesem Zusammenhang angesichts seiner Parallelen zur Aktivität des Filmeschauens. Der psychoanalytische Ansatz von Andrea Sabbadini, der die Rolle unbewusster Faktoren bei der Gestaltung der Persönlichkeit und des Verhaltens der Filmfiguren untersucht, dient zur Interpretation ihrer inneren Welt und der emotionalen Konflikte, die durch die von ihnen durchlebten Wechselfälle hervorgerufen werden. Das Buch wird durch eine Filmografie und biografische Angaben zu den Regisseuren ergänzt.
Psychoanalytic Reflections on Film stellt die Beziehung zwischen Kino und Psychoanalyse als eine komplexe dar. Es wird gezeigt, dass diese beiden höchst unterschiedlichen kulturellen Phänomene den Wunsch ihrer Vertreter teilen, tiefe Wahrheiten über die conditio humana aufzudecken und eine Sprache zur Verfügung zu stellen, mit der diese beschrieben werden können. Jenseits vergeblicher "psychohistorischer" Versuche, Filmemacher anhand ihrer Produkte zu analysieren, oder einer oberflächlichen Anwendung psychoanalytischer Konzepte auf den Film zeigt Sabbadini, wie sowohl das Kino als auch die Psychoanalyse von einem sinnvollen interdisziplinären Dialog zwischen ihnen profitieren können. Das Buch ist von besonderem Interesse für praktizierende Psychoanalytiker und Studenten, Wissenschaftler und Historiker der Filmwissenschaft.