Bewertung:

Bier im Snooker Club von Waguih Ghali erforscht die Komplexität von Identität und Desillusionierung im postkolonialen Ägypten anhand des Lebens von Ram Bey, einem gebildeten koptischen Christen. Der Roman spielt vor dem Hintergrund der politischen Unruhen in den 1950er Jahren und befasst sich mit Themen wie Klasse, Kolonialismus und persönlichen Konflikten, wobei sich komische und tragische Elemente mischen.
Vorteile:Der Roman wird für seine reichhaltige Charakterentwicklung, seinen aufschlussreichen sozialen Kommentar und seinen schwarzen Humor gelobt. Die Leser schätzen die einzigartige Perspektive auf eine turbulente historische Periode in Ägypten, die Mischung aus politischer Kritik und persönlicher Selbstbetrachtung sowie Ghalis fesselnden Schreibstil. Es gilt als wichtiger, wenn auch obskurer Beitrag zur modernen Literatur, der eine breitere Anerkennung verdient.
Nachteile:Kritiker weisen darauf hin, dass die Erzählung manchmal ziellos oder unzusammenhängend wirkt und einige Figuren unsympathisch oder unterentwickelt erscheinen. Der starke Rückgriff auf Dialoge anstelle von Beschreibungen kann den physischen Eindruck des Ortes beeinträchtigen, und die politischen Anspielungen können für Leser, die mit der ägyptischen Geschichte der 1950er Jahre nicht vertraut sind, verwirrend sein. Vergleiche mit Klassikern wie Der Fänger im Roggen wurden als unzutreffend empfunden, was zu gemischten Erwartungen führte.
(basierend auf 35 Leserbewertungen)
Beer in the Snooker Club
Hinter der Bar im Jameel's in Kairo hängen zwei Becher mit den Namen von Ram und Font.
Während ihrer gemeinsamen Jahre in London haben sie so manches Pint Bass aus diesen Bechern getrunken. Aber in Nassers Ägypten gibt es keinen Bass, und so müssen sich Ram und Font mit einer berauschenden Mischung aus Bier, Wodka und Whisky begnügen.