
Pictorial Affects, Senses of Rupture: On the Poetics and Culture of Popular German Cinema, 1910-1930
Der deutsche Film der wilhelminischen und Weimarer Zeit gilt als geprägt von einem ausgeprägten Kulturkonservatismus und dem Anspruch, als Kunstform anerkannt zu werden.
Dieses Buch wählt einen alternativen Ansatz für die Geschichte des deutschen Films von der Entstehung des frühen Spielfilms bis zum Übergang zum Tonfilm, indem es sich auf die Poetik populärer Genres wie des Katastrophenfilms, des Melodrams, des Musicals und des Kriegsfilms konzentriert und deren kulturellen Nachhall und die Art der Publikumsansprache untersucht. Ausgehend von der Annahme, dass das populäre Kino wesentlich zum Durchbruch einer modernen audiovisuellen Kultur der Sinne in Deutschland zwischen 1910 und 1930 beigetragen hat, bietet Pictorial Affects, Senses of Rupture eine eingehende Lektüre einer Reihe selten analysierter Filme, darunter eine der ersten filmischen Adaptionen der Titanic-Katastrophe von 1912 und die deutsche Version von All Quiet on the Western Front von 1930.
Dieses Buch stellt den Horizont der Historizität der Filme wieder her, indem es sie an entscheidenden Schnittpunkten zwischen sozialen, kulturellen, technologischen und ästhetischen Diskursen verortet. Es argumentiert für die herausragende Rolle, die die eigenen Formen der Diskursivität des populären deutschen Kinos innerhalb der historischen Formierung der Moderne gespielt haben.