
Picturing Punishment: The Spectacle and Material Afterlife of the Criminal Body in the Dutch Republic
Picturing Punishment untersucht Darstellungen von kriminellen Körpern, wie sie sich während der Bestrafungsrituale in der niederländischen Republik des siebzehnten Jahrhunderts in, durch und aus öffentlich zugänglichen Räumen der Stadt bewegten. Nach der Hinrichtung kam der Leichnam des Verbrechers nicht zur Ruhe. Seine Bewegung durch den öffentlichen Raum deutete auf das mächtige Nachleben des abweichenden Körpers hin, insbesondere auf seine Fähigkeit, das bürgerliche Leben zu verändern.
Anuradha Gobin konzentriert sich auf die materielle Kultur, die mit den wichtigsten Stätten der Bestrafung in Verbindung gebracht wird, und argumentiert, dass die Verbreitung visueller Medien im Zusammenhang mit strafrechtlichen Bestrafungen ein besonders wirksames Mittel zur Erzeugung von Diskursen und zur Formulierung der öffentlichen Meinung war, insbesondere in Bezug auf die Wirksamkeit der bürgerlichen Autorität. Bestimmte Arten von Objekten im Zusammenhang mit strafrechtlichen Sanktionen spielten eine Schlüsselrolle bei der Bekräftigung republikanischer Ideale und der Demonstration der Fähigkeit der Beamten, Ordnung und Kontrolle aufrechtzuerhalten. Umgekehrt hatte die Verbreitung anderer Bildtypen, wie etwa preiswerter Gemälde und Drucke, das Potenzial, die offiziellen Botschaften zu untergraben. Wie Gobin zeigt, ermöglichte die visuelle Kultur somit einen Raum, in dem potenziell abweichende Positionen formuliert werden konnten, während sie gleichzeitig scheinbar disparate Gruppen von Menschen auf der Suche nach neuem Wissen zusammenbrachte.
Anhand einer Vielzahl von Quellen, darunter Architektur, Gemälde, Drucke, anatomische Illustrationen und konservierte Körperteile, zeigt Picturing Punishment, wie der kriminelle Leichnam reaktiviert, reanimiert und in vielerlei Hinsicht wieder in die Gesellschaft integriert wurde.