
Bishop Thelwold, His Followers, and Saints' Cults in Early Medieval England: Power, Belief, and Religious Reform
Bischof Thelwold von Winchester und seine Gefährten gehörten zu den radikalsten Klosterreformern im Europa des zehnten Jahrhunderts. Innerhalb von zwei Generationen übernahmen sie die meisten der mächtigen Kirchen im Königreich England und setzten eine Reihe von Maßnahmen um, die in ihren ehrgeizigen klösterlichen Manifesten enthalten waren.
Sie hatten auch großen Einfluss auf die frühe Entwicklung des Königreichs selbst und spielten eine Rolle bei der Einrichtung eines Grafschaftssystems, das tausend Jahre lang Bestand hatte, bei Verhandlungen mit Eindringlingen und bei Versuchen, eine standardisierte englische Sprache zu schaffen. Thelwold und sein Kreis waren auch begeisterte Verehrer von Heiligen. Dieses Buch untersucht eine Reihe von Quellen, von Hagiographien bis zu Urkunden, von der Liturgie bis zu archäologischen Funden, um zu zeigen, dass die Heiligenkulte diesen Männern und Frauen halfen, ihre Macht, ihren Reichtum und ihre Beziehungen zu Gruppen außerhalb ihrer Klöster zu sichern.
Die Heiligen, die Thelwolds Kreis am aufwendigsten förderte, waren nicht unbedingt diejenigen, die sie studierten oder die zu ihrer ideologischen Agenda passten. Vielmehr verbanden sich die Mönche und Nonnen von Thelwold mit einem breiten Spektrum von Heiligen, darunter die Jungfrau Maria, der heilige Swithun, Thelthryth von Ely, Iudoc, Grimbald, Botulf, Cuthbert und viele andere.
Die Verehrung dieser Heiligen half Thelwold und seinen Anhängern, andere gesellschaftliche Gruppen anzusprechen, darunter unreformierte Geistliche, adlige Laien und die Arbeiter auf ihren Gütern. Dieses Buch hat daher nicht nur Auswirkungen auf das Studium der frühen englischen Geschichte und Literatur, sondern auch auf die Geschichte des westeuropäischen Mönchtums und der Heiligenkulte im Allgemeinen.