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Black Spokane, 8: The Civil Rights Struggle in the Inland Northwest
1981, Jahrzehnte vor der Wahl von Barack Obama, wurde James Chase mit der überwältigenden Unterstützung einer mehrheitlich weißen Wählerschaft der erste afroamerikanische Bürgermeister von Spokane, Washington. Der Sieg von Chase hat die Aufmerksamkeit der Historiker nicht auf sich gezogen - ebenso wenig wie die jahrhundertelange Entwicklung der schwarzen Gemeinde in Spokane. In Black Spokane: The Civil Rights Struggle in the Inland Northwest (Schwarzes Spokane: Der Kampf um die Bürgerrechte im Nordwesten des Landes) korrigiert Dwayne A. Mack dieses Versäumnis - und macht ein entscheidendes Kapitel in der Geschichte der Beziehungen zwischen den Ethnien und der Bürgerrechte in Amerika wieder zugänglich.
Bereits in den 1880er Jahren war Spokane ein Ziel für schwarze Siedler, die der Rassenunterdrückung im Süden entkamen - Siedler, die in den folgenden Jahrzehnten eine Infrastruktur von Kirchen, Unternehmen und sozialen Organisationen für die schwarze Gemeinschaft aufbauten. Mack stützt sich auf mündliche Überlieferungen, Interviews, Zeitungen und eine Fülle anderer Primärquellen und schafft damit die Voraussetzungen für die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg im Nordwesten des Landes, als ein Zustrom schwarzer Veteranen eine neue Ära der Rassenproblematik einleitete. Sein Buch zeichnet die ersten Herausforderungen nach, denen sich die NAACP und eine kleine, aber wohlwollende weiße Bevölkerung gegenübersahen, als Spokane zu einem bedeutenden Teil des nationalen Bürgerrechtskampfes wurde. Internationale Superstars wie Louis „Satchmo“ Armstrong und Hazel Scott spielen in dieser Geschichte ebenso eine Rolle wie charismatische lokale Prediger, Unternehmer und Anwälte, die als bürgerliche Führungspersönlichkeiten in Erscheinung traten.
Die Beiträge dieser Personen und die Begegnungen der schwarzen Gemeinschaft mit dem Rassismus geben einen Einblick in die Komplexität der Beziehungen zwischen den Ethnien in einer Stadt und einer Region, die historisch gesehen nicht als Zentren von Rassenkonflikten bekannt sind. Aber in Sachen Ethnie - von der ersten Einwanderung schwarzer Siedler nach Spokane über die Politik des Kalten Krieges und die Bürgerrechtsbewegung bis hin zu den Erfolgen der 1970er und 80er Jahre - zeigt Mack, dass Spokane eine Geschichte zu erzählen hat, die in diesem Buch endlich in die größere Geschichte Amerikas des 20. Jahrhunderts eingeordnet wird.