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Flowering Tales: Women Exorcising History in Heian Japan
Geschichten erzählen: Das klingt ganz harmlos.
Doch bei der ersten Chronik in japanischer Sprache, A Tale of Flowering Fortunes (Eiga monogatari), ging es um mehr als nur um eine gute Geschichte. Die Gesundheit der Gemeinschaft stand auf dem Spiel.
Flowering Tales ist die erste umfassende literarische Studie dieser historischen Erzählung, die rund 150 Jahre Geburt, Tod und Geschehnisse in der späten Heian-Gesellschaft abdeckt, einem goldenen Zeitalter der höfischen Literatur in Frauenhand. Takeshi Watanabe vertritt die These, dass die Blütezeit der Erzählungen, die durch das Märchen von Genji gekennzeichnet ist, Eiga zu einer neuen affektiven Geschichte inspirierte: ein Exorzismus verbitterter Geister, deren Geschichten neu erzählt werden mussten, um den Frieden zu sichern. Watanabe geht den Erzählsträngen politisch marginalisierter Figuren nach und zeigt, wie die Autorinnen von Eiga den Diskurs und die Strategien des Märchens von Genji adaptierten, um abtrünnige Geister durch Genealogien, die sich nicht auf Blut, sondern auf literarische Resonanzen stützten, wieder in die Gemeinschaft zu integrieren.
Dieser Nachhall, der durch Vergleiche mit zeitgenössischen Berichten in den Tagebüchern der Höflinge hervorgehoben wird, findet seinen Widerhall in gemeinsamen Details der Bestattungspraxis, des politischen Lebens und der Charakterisierung. Flowering Tales reanimiert diese Stimmen aus dem elften Jahrhundert, um die Vorstellungen von Geschichte zu hinterfragen: wie sie erzählt werden sollte, wer sie aufzeichnen durfte und warum das Erinnern wichtig war.