
Reading Boileau: An Integrative Study of the Early Satires
In der französischen Literaturgeschichte genießt Nicolas Boileau (1636-1701) einen legendären Status als der große Kodifizierer des französischen Klassizismus, als der scharfsinnige Kritiker, der mehrere Generationen französischer Dichter zerstören oder erheben konnte.
Diese Sichtweise von Boileaus Rolle hat dazu geführt, dass seine Poetik und nicht seine Gedichte in den Vordergrund gerückt wurden, was wiederum zu einer allgemeinen Geringschätzung seiner Dichtkunst geführt hat. Robert Corum räumt mit diesen falschen Vorstellungen über Boileau auf, indem er seine kritische Aufmerksamkeit auf Boileaus erste neun Satiren und den dazugehörigen Discours au toy richtet, die zwischen 1657 und 1668 entstanden sind.
Seine Lektüre berücksichtigt eine Reihe von Faktoren, darunter Quellen, Entstehungsgeschichte, Beziehung zueinander, Kohärenz und Kontinuität der Argumentation. Diese Untersuchung zeigt, dass Boileau ein begnadeter Dichter ist und nicht nur ein talentierter Verseschmied oder ein verklemmtes Sprachrohr der klassischen französischen Doktrin.