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Bollywood's New Woman: Liberalization, Liberation, and Contested Bodies
Bollywood's New Woman untersucht die Konstruktion und Darstellung der indischen Frau in Bollywood seit den 1990er Jahren. Die bahnbrechende Sammlung beleuchtet die Kontexte und Konturen dieser zeitgenössischen Figur, die in soziologischen und historischen Diskursen als "Neue Frau" identifiziert wurde. Einerseits ist diese Figur eine Variante des Fin de si cle-Phänomens der "New Woman" in Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Im indischen Kontext ist die "Neue Frau" eine besondere Ausdrucksform, die sich aus dem Rausch der neoliberalen Reformen, der Konsolidierung der Mittelschicht und dem Aufstieg der aggressiven Hindu-Rechten ergibt.
Die Entstehung und Popularisierung der Trope der Neuen Frau ist eng mit den unzähligen Iterationen dieser Figur in Bollywood verbunden. Sie ist ebenso sehr eine Schöpfung der Filmindustrie nach der Liberalisierung - der "Bollywoodisierung des Hindi-Kinos" - wie sie auch das bevorzugte Subjekt ihrer Darstellung und Untersuchung ist. Ob es sich nun um Filme aus den 1990er Jahren wie Hum Aapke Hain Koun, Dilwale Dulhania Le Jayenge, Damini und Kuch Kuch Hota Hai oder um Filme aus dem letzten Jahrzehnt wie Cocktail, Tanu Weds Manu, Revolver Rani und Dear Zindagi handelt, was in jedem Fall offensichtlich ist, ist Bollywoods Faszination und endloses Experimentieren mit den vielen Avataren der Neuen Frau. Manchmal wird die Neue Frau als abgemagerter Überrest des alten filmischen "Vamp" verspottet, ein anderes Mal wird sie für ihre "glokale" Mobilität und ihre schicke Fähigkeit, mit Widersprüchen zu jonglieren, gelobt - die Neue Frau ist eine rätselhafte Figur, und Bollywood verzehrt sich nach ihrem Schicksal.
Dieser Sammelband bringt die Forschung über die Entstehung des neoliberalen Indiens mit der Erforschung neuer Trends in der Hindi-Filmindustrie zusammen und verortet die filmische Neue Frau an den Schnittpunkten zwischen beiden.