Bewertung:

Das Buch „Borges und das Gedächtnis“ von Quian Quiroga verbindet literarische Themen aus Borges' Werken mit wissenschaftlichen Erkenntnissen über das Gedächtnis und bietet eine ganzheitliche Sichtweise, die den Leser dazu anregt, die Natur und den Zweck des Gedächtnisses zu überdenken. Das Buch wird für seine fesselnde Erzählweise und seinen wissenschaftlichen Tiefgang gelobt, wodurch es sich sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Leser eignet.
Vorteile:⬤ Fesselnde Erzählung
⬤ tiefgründiger und präziser wissenschaftlicher Inhalt
⬤ verbindet erfolgreich Literatur, Wissenschaft und Philosophie
⬤ zugängliche Einführung in das Gedächtnis
⬤ verändert die Perspektive auf den Wert des Gedächtnisses
⬤ unterhaltsam sowohl für Studenten als auch für Literaturliebhaber.
Einige Leser könnten die mechanistischen Erklärungen von Konzepten als zu wenig detailliert empfinden; für diejenigen, die eine umfassende technische Analyse suchen, ist das Buch möglicherweise nicht geeignet.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Borges and Memory: Encounters with the Human Brain
Die Erforschung der Funktionsweise des Gedächtnisses durch einen Wissenschaftler beginnt mit einer Geschichte von Borges über einen Mann, der nicht vergessen kann.
Stellen Sie sich das Erstaunen des Neurowissenschaftlers Rodrigo Quian Quiroga vor, als er in einer fünfzig Jahre zuvor geschriebenen Geschichte des großen argentinischen Fabulierers Jorge Luis Borges eine phantastisch präzise Interpretation seiner Forschungsergebnisse fand. Quian Quiroga erforscht die Funktionsweise des Gehirns, insbesondere die des Gedächtnisses, eines der komplexesten und schwer fassbaren Rätsel der Wissenschaft. Er und seine Kollegen aus der Neurowissenschaft verfügen über hochentwickelte bildgebende Geräte und haben Zugang zu Informationen, die noch vor zwanzig Jahren nicht verfügbar waren. Und doch schien Borges den Kern von Quian Quirogas Entdeckungen schon Jahrzehnte vor dessen Entdeckung zu ahnen.
Die Titelfigur von Borges' "Funes, der Gedächtnisvolle" erinnert sich an alles bis ins kleinste Detail, ist aber unfähig, abstrakte Ideen zu begreifen. Quian Quiroga entdeckte Neuronen im menschlichen Gehirn, die auf abstrakte Konzepte reagieren, aber bestimmte Details ignorieren. Angeregt durch die Art und Weise, wie Borges sich die Folgen vorstellte, wenn man sich an jedes Detail erinnert, aber nicht in der Lage ist zu abstrahieren, machte er sich auf die Suche nach den Ursprüngen von Funes. Borges' Witwe, Mara Kodama, verschaffte ihm Zugang zur persönlichen Bibliothek ihres Mannes, und die Bücher von Borges veranlassten Quian Quiroga, frühere Denker aus Philosophie und Psychologie erneut zu lesen. Er fand heraus, dass andere Denker - William James, Gustav Spiller, John Stuart Mill - vielleicht auch eine Geschichte wie "Funes" geträumt hatten, so wie Borges vielleicht die Ergebnisse von Quian Quirogas Entdeckungen geträumt hatte.
Mit Borges und das Gedächtnis hat Quian Quiroga eine faszinierende und leicht zugängliche Geschichte über die Funktionsweise des Gehirns vorgelegt, die der große Schöpfer von Funes zu schätzen wüsste.