
Messengers of Disaster: Raphael Lemkin, Jan Karski, and Twentieth-Century Genocides
Im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs wurden zwei polnische Männer Zeugen der gezielten Vernichtung von Juden unter Adolf Hitler und dem Deutschen Reich, bevor die Realität des Holocausts allgemein bekannt war. Raphael Lemkin, ein jüdischer Rechtsanwalt, der den Begriff "Völkermord" prägte, und Jan Karski, ein katholisches Mitglied des polnischen Widerstands, teilten dieses Wissen unabhängig voneinander mit Winston Churchill und Franklin D.
Roosevelt. Da die Staats- und Regierungschefs zuvor falsche Gerüchte über Kriegsgräuel gehört hatten, begegneten sie den Boten mit Unglauben und Untätigkeit, was schließlich zur Ermordung von mehr als sechs Millionen Menschen führte. Boten der Katastrophe stützt sich auf wenig bekannte Texte aus einer Reihe von Archiven, darunter das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Genf und der Internationale Suchdienst in Bad Arolsen.
Das Wissen um die Katastrophe forderte von Lemkin und Karski einen hohen Tribut, doch ihre Arbeit bereitete den Weg für die einstimmige Verabschiedung der ersten Menschenrechtskonvention durch die Vereinten Nationen im Jahr 1948 und beeinflusste die Sprache, die wir heute verwenden, um über Völkermord zu sprechen. Annette Beckers detaillierte Studie über diese beiden wichtigen Persönlichkeiten zeigt auf, wie die Verzerrung von Tatsachen dazu führen kann, dass Menschen das Wissen um das, was vor ihren eigenen Augen geschieht, verleugnen.