Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Bourdieu and Postcolonial Studies
Die Postkolonialen Studien haben seit dem Jahr 2000 eine bedeutende Wende vollzogen, weg von der poststrukturellen Fokussierung auf Sprache und Identität in den 1980er und 1990er Jahren hin zu eher materialistischen und soziologischen Ansätzen. Ein wichtiger Theoretiker, der diese innovative neue Wissenschaft inspiriert hat, war Pierre Bourdieu.
Bourdieu und die Postkolonialen Studien zeigt die Entstehung dieser Richtung des Postkolonialismus durch die Sammlung von Texten, die für diesen Ansatz bahnbrechend waren - Graham Huggan, Chris Bongie und Sarah Brouillette - sowie durch neu entstehende wissenschaftliche Arbeiten, die dem von diesen Kritikern eingeschlagenen Weg folgen. Dieses von Bourdieu inspirierte Werk untersucht die Institutionen, die die Entstehung, Verbreitung und Rezeption von Weltliteratur strukturieren, die grundlegenden Werte des Feldes und seine manchmal ambivalente Beziehung zum Populären sowie die Art und Weise, wie Konzepte wie Habitus, kulturelles Kapital, Konsekration und Anamnese bei der Lektüre postkolonialer Texte eingesetzt werden können. Zu den Themen gehören auch Erkundungen der Institutionen des Feldes wie die B.B.C.'s.
Karibische Stimmen"-Programm und die südafrikanische Verlagsindustrie; eine Analyse von Bourdieus Feldforschung in Algerien während der Zeit der Dekolonisierung; und Vergleiche zwischen Bourdieus Arbeit und alternativen Versionen der Literatursoziologie wie der von Pascale Casanova und Franco Moretti. Der soziologische Ansatz, der in den gesammelten Aufsätzen entwickelt wird, zeigt, wie ein erneuertes Projekt postkolonialer Kritik in den kontaminierten Räumen der Globalisierung aufgebaut werden kann, auch wenn die Kommodifizierung des Postkolonialismus das Potenzial des Feldes für Widerstand und Opposition zu neutralisieren droht.