
Migrant Letters: Emotional Language, Mobile Identities, and Writing Practices in Historical Perspective
Der Migrantenbrief, ob von Familienmitgliedern, Liebhabern, Freunden oder anderen geschrieben, ist ein Dokument, das weiterhin die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern und Lesern gleichermaßen auf sich zieht. Was ist es, das uns an Migrantenbriefen fasziniert? Ist es die Sehnsucht nach einer fernen, aber ersehnten Vergangenheit? Ist es die Folge des Verschwindens des Briefschreibens im Zeitalter der digitalen Kommunikationstechnologien? Oder geht es um die Parallelen zwischen den transnationalen Erfahrungen früherer Massenmigrationen und der heutigen globalisierten Welt sowie um die zentrale Bedeutung von zwischenmenschlichen Beziehungen, Mobilität und Kommunikation, damals wie heute?
Beeinflusst von Methoden aus verschiedenen Disziplinen, hat sich die Untersuchung von Migrantenbriefen in zahlreiche Richtungen entwickelt. Wissenschaftler haben Migrantenbriefe unter dem Blickwinkel von Identität und Selbstfindung, Familienbeziehungen, Geschlecht und Emotionen untersucht. Der vorliegende Band trägt zu dieser Diskussion bei, indem er die Verbindung zwischen der Praxis des Briefeschreibens und den emotionalen, wirtschaftlichen, familiären und geschlechtsspezifischen Erfahrungen von Männern und Frauen, die durch die Migration getrennt wurden, untersucht.
Er verbindet theoretische und empirische Diskussionen, die eine Vielzahl historischer Erfahrungen von Migranten beleuchten, die auf ihrem Weg durch Europa, Afrika, Lateinamerika und die Vereinigten Staaten ein transnationales Leben aufgebaut haben. Dieser Band wurde ursprünglich als Sonderausgabe von The History of Family veröffentlicht.