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British Miscalculations: The Rise of Muslim Nationalism, 1918-1925
Nach dem Ersten Weltkrieg gab es im gesamten Islam eine wütende Agitation gegen die Zerstückelung des Osmanischen Reiches. Die britische Gleichgültigkeit gegenüber muslimischen Gefühlen führte in Verbindung mit der starken Wirkung des Selbstbestimmungsprinzips zu einem militanten Nationalismus im Islam, der de facto antiwestlich wurde. Dieser detaillierte und überzeugende Bericht beschreibt die britische Unentschlossenheit, die Widersprüche in der Politik und wie der militante Nationalismus durch die griechische Invasion in Smyrna und deren Bestreben, mit britischer Duldung ein hellenisches Reich in Anatolien zu errichten, verschärft wurde.
Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg gab es eine gute Chance für eine gegenseitige Koexistenz und gute Beziehungen zwischen Arabern und Juden in Palästina. Diese Möglichkeit wurde von der Militärverwaltung (1918-1920), die für die antijüdischen Ausschreitungen in Jerusalem im April 1920 verantwortlich war, im Keim erstickt. Der Hohe Kommissar Herbert Samuel unterstützte die arabischen Extremisten in ihrer fehlgeleiteten Politik und verkomplizierte die Situation weiter. Die Ernennung von Hajj Amin al-Husseini zum Großmufti von Jerusalem und später zum Vorsitzenden des Obersten Muslimischen Rates der Palästinenser erwies sich als fatal für die arabisch-jüdischen Beziehungen und die Möglichkeit eines Friedens.
Wie Friedman zeigt, trägt die britische Verwaltung Palästinas einen erheblichen Teil der Verantwortung für den arabisch-zionistischen Konflikt in Palästina. Vor diesem diplomatischen Hintergrund florierten die arabisch-jüdischen Feindseligkeiten, mit Folgen, die bis heute andauern.