Bewertung:

Das Buch „Buffalo Girl“ erforscht die emotionalen Traumata und kulturellen Erfahrungen von Frauen in poetischer Prosa, wobei persönliche Erzählungen mit historischen Bezügen verwoben werden. Es behandelt Themen wie Sexismus, Rassismus und die komplexen Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern vor dem Hintergrund des Vietnamkriegs und seiner Folgen in Amerika.
Vorteile:Das Buch zeichnet sich durch eine poetische Prosa aus, die tiefe Gefühle und Traumata wirkungsvoll vermittelt. Es verbindet auf kunstvolle Weise persönliche Erzählungen mit umfassenderen historischen und kulturellen Themen, insbesondere mit den Erfahrungen von Frauen. Die Einbeziehung visueller Elemente wie Fotografien und Zeichnungen bereichert die Erzählung, und die Verwendung des Märchens Rotkäppchen“ als Metapher verleiht der Erzählung zusätzliche Tiefe. Der Autorin gelingt es, Themen wie Verlust, Stärke und Ausdauer zum Ausdruck zu bringen.
Nachteile:Einige Leser könnten den poetischen Prosastil als weniger direkt empfinden, was es möglicherweise schwieriger macht, der Geschichte zu folgen. Die Themen Trauma und Gewalt sind zwar wichtig, können aber für bestimmte Lesergruppen auch schwerwiegend sein. Es gibt nur wenige Informationen über den Hintergrund der Autorin, die der Erzählung einen weiteren Kontext verleihen könnten.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Buffalo Girl
In diesen hybriden Gedichten erforscht Jessica Q. Stark die schwierige Einwanderung ihrer Mutter aus Vietnam in die Vereinigten Staaten am Ende des Krieges durch die Linse des Märchens Rotkäppchen.
Buffalo Girl erzählt persönliche, nationale und kulturelle Geschichten und ist eine feministische Anklage gegen die Gewalt, mit der die Körper von Frauen definiert und kontrolliert werden. In dieses hybride Werk sind eine Reihe von Fotocollagen eingestreut, in denen die Schwarz-Weiß-Fotografien von Starks Mutter aus Vietnam wunderschön und eindringlich über verschiedene Naturlandschaften gelegt sind - üppige tropische Pflanzen, dichte Wälder, Wildblumenfelder. Auch mehrere Illustrationen aus alten Rotkäppchen-Kinderbüchern sind in diese Arbeiten eingebettet. Indem sie die moralischen Implikationen von Rotkäppchen den Fotografien ihrer Mutter gegenüberstellt, schafft Stark eine Bild-Text-Konversation, die sich mit den Wölfen befasst, die in den Wäldern unseres täglichen Lebens lauern.
Buffalo Girl öffnet den geflüsterten Rahmen rund um Sexualität und Sexarbeit, taucht in die ungeschminkten Symptome des Überlebens ein und strotzt vor mütterlicher Liebe und körperlicher Wut, während es den weißen Blick und die Gewalt, die durch die englische Sprache ausgeübt wird, anprangert. Hier ist eine Umkehrung der diasporischen Opferrolle. Hier ist eine unerschütterliche Aufmerksamkeit für die Lasten, die die Frauen dieser Welt zu tragen haben. Hier ist eine Neuinterpretation, eine Rückgewinnung, ein Weg aus dem Wald.