Bewertung:

Camilla Stivers' Buch untersucht die historischen Auswirkungen von Geschlecht und Kultur auf die öffentliche Verwaltung, insbesondere wie patriarchalische Einflüsse deren Entwicklung geprägt haben. Sie kritisiert den Wechsel von ergebnisorientierter zu prozessorientierter Leistung in der öffentlichen Verwaltung und betont die Notwendigkeit einer erneuten Konzentration auf effektive Ergebnisse statt nur auf effiziente Prozesse.
Vorteile:Das Buch bietet eine solide historische Analyse, überzeugende Argumente über den Einfluss der Geschlechterpolitik und erinnert an die Ursprünge der öffentlichen Verwaltung in den Kommunalverwaltungen. Es fordert die Leser auf, den Fokus auf Effizienz statt auf Effektivität in diesem Bereich zu überdenken.
Nachteile:Manche mögen die Diskussion der Geschlechterpolitik für irrelevant halten oder sich zu sehr auf feministische Perspektiven konzentrieren, da der Rezensent darauf hinweist, wie wichtig es ist zu betonen, dass das Buch nicht nur eine feministische Hetzschrift ist.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Bureau Men, Settlement Women: Constructing Public Administration in the Progressive Era
In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts kämpften in den amerikanischen Städten sowohl Männer als auch Frauen für städtische Reformen, allerdings auf sehr unterschiedliche Weise. Männer, die für unabhängige Forschungsbüros arbeiteten, versuchten, korrupte Stadtverwaltungen mit wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Methoden zu bekämpfen, während Frauen in der Siedlungshausbewegung das Leben der Armen in den Städten verbessern wollten, indem sie neue Dienstleistungen erprobten und dann die Regierungen dazu brachten, sie zu übernehmen.
Obwohl beide anfangs miteinander verflochten waren, sind die Beiträge dieser "Siedlerinnen" zur Entwicklung des Verwaltungsstaates weitgehend verloren gegangen, als sich der neue Bereich der öffentlichen Verwaltung aus den Forschungsbüros entwickelte und von der Sozialarbeit abwich. Camilla Stivers zeigt nun, wie die öffentliche Verwaltung nicht nur von Wissenschaft und Wirtschaft, sondern auch von Männlichkeit dominiert wurde. Sie stellt viele Selbstverständlichkeiten des Berufs in Frage und entwirft eine alternative Vision des öffentlichen Dienstes.
Bureau Men, Settlement Women bietet einen seltenen Blick auf die frühe Geistesgeschichte der öffentlichen Verwaltung und ist das einzige Buch, das dieses Thema aus einer geschlechtsspezifischen Perspektive untersucht. Es macht die in Vergessenheit geratenen Beiträge von Frauen wieder sichtbar - ihr Engagement im öffentlichen Leben, ihre Sorge um die richtigen Ziele der Regierung und ihr Einsatz für Bürgerschaft und Gemeinschaft - und zeigt, dass sie letztlich erfolgreicher waren als ihre männlichen Kollegen, wenn es darum ging, die Arbeit und die moralische Reichweite der Regierung zu erweitern.
Stivers' Studie trägt dazu bei, die seit langem bestehende "Identitätskrise" der öffentlichen Verwaltung zu erklären, indem sie zeigt, warum die Trennung von männlichen und weiblichen Rollen die öffentliche Verwaltung auf einen unnötigen Instrumentalismus beschränkt hat. Außerdem bietet sie die detaillierteste Untersuchung des New Yorker Büros für Kommunalforschung und seiner Rolle bei der Entwicklung der öffentlichen Verwaltung im 20.
Indem sie die Ursprünge des Fachgebiets überdenkt und zu einem neuen Sinn für den öffentlichen Dienst aufruft, schlägt Stivers vor, dass öffentliche Verwalter nicht starr Geschäftspraktiken nachahmen müssen, sondern stattdessen danach streben sollten, die Art und Weise zu verbessern, wie sie mit Menschen umgehen. Ihre gut recherchierte Kritik wird Studenten und Fachleuten helfen, ihre Berufung besser zu verstehen, und sie dazu herausfordern, die Art und Weise zu überdenken, wie sie über den öffentlichen Dienst denken, für ihn ausbilden und ihn ausüben.