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Citizens and Sportsmen: Ftbol and Politics in Twentieth-Century Chile
Fußball, oder Soccer, wie er in den Vereinigten Staaten genannt wird, ist der beliebteste Sport der Welt. Millionen von Menschen richten ihr Leben nach diesem Sport aus und bauen ihre Identität um ihn herum auf.
Die Fußballweltmeisterschaft, die alle vier Jahre ausgetragen wird, zieht mehr als eine Milliarde Zuschauer an und bietet eine globale Plattform für sportliche Höchstleistungen, nationalistische Rhetorik und kommerzielle Werbung. Der Fußball ist in Lateinamerika allgegenwärtig, doch es gibt nur wenige akademische Studien über diesen Sport, und noch weniger befassen sich mit seiner Bedeutung für die Politik in der Region. Um diese Lücke zu schließen, wird in diesem Buch anhand der chilenischen Amateurfußballvereine die Geschichte der Bürgervereine, der Volkskultur und der Politik untersucht.
In Citizens and Sportsmen argumentiert Brenda Elsey, dass Fußballvereine Männer aus der Arbeiterklasse in die städtische Politik integrierten, sie mit Parteien verbanden und als Orte der politischen Kritik dienten. Auf diese Weise trugen sie zur Demokratisierung des öffentlichen Raums bei.
Elsey zeigt, wie die Clubmitglieder Ideen über Klassen-, ethnische und geschlechtsspezifische Identitäten diskutierten und wie ihr Glaube an die einzigartige demokratische Natur Chiles die staatlichen Institutionen stärkte, auch wenn er die Mitglieder dazu brachte, eben diese Institutionen zu kritisieren. Darüber hinaus zeigt sie auf, wie die Fußballvereine Rituale, Erzählungen und Symbole schufen, die den Anspruch der Arbeiter auf politische Subjektivität legitimierten.
Ihre Fallstudie zeigt, dass die Beziehung zwischen formeller und informeller Politik für die Förderung des bürgerlichen Engagements und die Unterstützung demokratischer Praktiken von entscheidender Bedeutung ist.