Bewertung:

Jose Olivers Buch über die Taino-Kultur, insbesondere über Ikonographie und Symbolik, wird für seine gründliche Recherche und zweisprachige Darstellung gelobt. Es wird als bedeutender Beitrag zum Verständnis der Geschichte und Kultur der Taino anerkannt, der neue Erkenntnisse liefert und als wertvolle Quelle für Forscher und Liebhaber der karibischen Vorgeschichte dient.
Vorteile:Gut recherchiert, zweisprachig, bedeutender Beitrag zur Geschichte und Kultur der Tainos, bietet neue Einsichten, praktisches Hilfsmittel zum Verständnis von Kunst und Mythen der Tainos, Autorität in der karibischen Vorgeschichte.
Nachteile:Einige Unterschiede in Details und Herangehensweisen unter den Wissenschaftlern können auftreten, die jedoch der Gesamtqualität des Werkes keinen Abbruch tun.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Caciques and Cemi Idols: The Web Spun by Taino Rulers Between Hispaniola and Puerto Rico
Cemis sind sowohl tragbare Artefakte als auch Verkörperungen von Personen oder Geistern, die von den Tainos und anderen Ureinwohnern der Großen Antillen (ca. 1000-1550 n.
Chr.) als numinose Wesen mit übernatürlichen oder magischen Kräften angesehen wurden. In diesem Band werden die Beziehungen zwischen Menschen und anderen (nicht-menschlichen) Wesen, die mit cemi-Macht ausgestattet sind, insbesondere im Kulturkreis der Tainos zwischen den Inseln Puerto Rico und Hispaniola, näher beleuchtet. Die Beziehungen befassen sich mit den wichtigen Fragen der Identität und der Persönlichkeit der Cemi-Ikonen und ihrer menschlichen "Besitzer" sowie mit den Auswirkungen des Schenkens und Beschenktwerdens der Cemi, das ein komplexes Beziehungsgeflecht zwischen den Caciques (Häuptlingen) von Puerto Rico und Hispaniola aufrechterhält.
Oliver liefert eine sorgfältige Analyse der vier Hauptformen von Cemis - dreizackige Steine, große Steinköpfe, Steinkragen und Ellbogensteine - sowie Gesichtsmasken, die einen interessanten Kontrast zu den Steinköpfen bilden. Er findet Belege für seine Interpretation der Interaktionen zwischen Menschen und Cemis in einer kritischen Durchsicht spanischer ethnohistorischer Dokumente aus dem 16.
Jahrhundert, insbesondere der Relacion Acerca de las Antiguedades de los Indios, die 1497-1498 von Bruder Ramon Pane im Auftrag von Christoph Kolumbus verfasst wurde. Anhand von Beispielen für den Widerstand der Eingeborenen und den Synkretismus erörtert der Band die ikonoklastischen Konflikte und die Beziehung zwischen den Ikonen und den Menschen.
Indem er sich darauf und auf die verschiedenen Kontexte konzentriert, in denen sich die Beziehungen abspielten, zeigt Oliver, wie die Cemis für die Ausübung der politischen Macht der Eingeborenen von zentraler Bedeutung waren. Diese Cemis wurden als direkte Bedrohung für die Hegemonie der spanischen Eroberer angesehen, da diese mächtigen Objekte als Verbündete im Widerstand der Eingeborenen gegen den Ansturm des Christentums mit seinen Heiligen- und Jungfrauenikonen betrachtet wurden.