
Campus Fictions: Exemption and the American Campus Novel
In Campus Fictions wird argumentiert, dass der akademische Roman utopische und regressive Tendenzen ausbalanciert und die Krisen, mit denen wir in der Hochschulbildung konfrontiert sind, verstärkt, während er gleichzeitig Hoffnung für eine abgenutzte Institution signalisiert. Ob es sich nun um einen Bestseller wie Erich Segals Roman Love Story (1970) oder um schräge Kost wie Don DeLillos White Noise (1985) handelt, der akademische Roman mystifiziert die Akademie nicht nur für ein breites Publikum, sondern auch - was noch schlimmer ist - für Leser, die sich selbst als Sympathisanten der höheren Bildung bezeichnen könnten.
Das Buch wählt einen eklektischen Ansatz für den akademischen Roman mit Kapiteln, die zum Beispiel den grassierenden Anti-Intellektualismus des Genres und seine Arbeitsverweigerung diskutieren und Romane wie Ishmael Reeds Japanese by Spring (1993) und Julie Schumachers Dear Committee Members (2014) untersuchen. Dem Buch liegt außerdem die Datei "Directory of the American Campus Novel" bei, die das Genre nach Jahren, Schauplätzen und anderen Daten auflistet, die der Leser nutzen kann.
Als direkte Antwort auf Jeffrey Williams, den renommierten Gelehrten für kritische Universitätsstudien, der die Lehrkräfte auffordert, "die Universität zu lehren", werden am Ende des Buches Strategien beschrieben, wie diese Romane im Klassenzimmer in Umlauf gebracht werden können. Durch diese Breite zeigt Campus Fictions, wie wichtig es ist, die Hoffnung auf dem Gebiet der kritischen Universitätsforschung aufrechtzuerhalten, die zur Apokalyptik und damit vielleicht zum Rückzug neigt.