Bewertung:

Das von Friedrich Spee verfasste Buch „Cautio Criminalis“ kritisiert die brutalen Hexenprozesse des 17. Jahrhunderts und setzt sich für Gerechtigkeit und Menschenrechte ein. Die Übersetzung von Marcus Hellyer wird für ihre Lesbarkeit und Klarheit gelobt, die die historischen und moralischen Argumente einem modernen Publikum zugänglich macht.
Vorteile:Das Buch ist gut gemacht und enthält eine starke historische Botschaft zu Gerechtigkeit und Menschenrechten. Die Übersetzung ist sehr gut lesbar und fängt die Logik und Leidenschaft des Originals ein. Sie ist aufschlussreich, inspirierend und relevant für die gegenwärtigen Diskussionen über die gesetzlichen Rechte.
Nachteile:Einige Leser könnten den historischen Kontext als Herausforderung empfinden, wenn sie mit den Ereignissen rund um die Hexenprozesse nicht vertraut sind. Die Kritik des Buches versucht nicht, die Existenz von Hexerei zu widerlegen, was möglicherweise nicht mit den Ansichten aller Leser übereinstimmt.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Cautio Criminalis, or a Book on Witch Trials
Im Jahr 1631, im Epizentrum der schlimmsten Exzesse der europäischen Hexenverfolgung, veröffentlichte Friedrich Spee, ein Jesuitenpater, die Cautio Criminalis, ein Buch, das sich gegen die Prozesse wandte, die Tausende von unschuldigen Menschen in den grausamen Tod trieben. Spee, der selbst Frauen betreut hatte, die in Deutschland der Hexerei beschuldigt wurden, hatte aus erster Hand die verdrehte Logik und die brutale Folter der Richter und Inquisitoren miterlebt. Die Kombination dieser harten Strafverfolgungsmaßnahmen führte unweigerlich nicht nur zu einem Geständnis, sondern auch zur Denunziation vermeintlicher Komplizen, wodurch sich der Kreis von Folter und Hinrichtung immer weiter ausdehnte.
Getrieben von seinem priesterlichen Auftrag, christliche Nächstenliebe zu üben, versuchte Spee, die fehlerhaften Argumente und Methoden der Hexenjäger zu entlarven. Seine Logik ist unerbittlich, wenn er die Widersprüche in ihren Argumenten aufdeckt und zeigt, dass es für eine unschuldige Person keine Möglichkeit gibt, ihre Unschuld zu beweisen. Und, so fragt er, wenn die verurteilten Hexen wirklich schuldig sind, wie kann dann die Aussage dieser Diener und Verbündeten Satans zuverlässig sein? Spees Beharren darauf, dass Verdächtige, egal wie abscheulich die Verbrechen sind, derer sie beschuldigt werden, bestimmte unveräußerliche Rechte besitzen, ist eine zeitlose Mahnung für die heutige Zeit.
Die Cautio Criminalis ist eines der wichtigsten und bewegendsten Werke in der Geschichte der Hexenprozesse und eine aufschlussreiche Dokumentation der unerwarteten Menschlichkeit eines Mannes in einer brutalen Zeit. Marcus Hellyers leicht verständliche Übersetzung aus dem Lateinischen macht es erstmals einem englischsprachigen Publikum zugänglich.
Studien zur deutschen Geschichte der Frühen Neuzeit.