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Chancers: Scandal, Blackmail, and the Enigma Code
Monty Newton und Rodolphe Lemoine sind wohl zwei der unverschämtesten Betrüger der Geschichte. Als der Rajah Sir Hari Singh von Kaschmir 1919 zu seinem ersten Besuch in Europa nach London kam, wurde er zwischen Besuchen beim König, der Königin und dem Prinzen von Wales von seinem Adjutanten mit Mrs.
Maud (Maudie) Robinson bekannt gemacht. Sie wurden ein Liebespaar und reisten zu Weihnachten nach Paris, wo sie im Bett „entdeckt“ wurden. Die Mayfair-Mafia hatte die ganze Sache eingefädelt.
Der Adjutant des Rajahs hatte den Betrug eingefädelt, und Sir Hari zahlte, um nicht in einem Scheidungsprozess zitiert zu werden. Was dann geschah, war eine Sensation: ein Gerichtsverfahren, das 1924 acht Tage lang die Welt in Atem hielt. Die britische Regierung verhängte über den Skandal strengste Geheimhaltung und hielt die Akten nicht wie üblich für dreißig, sondern für hundert Jahre unter Verschluss.
Monty wurde durch das Eingreifen seines Komplizen Lemoine, eines Deutschen, der für den französischen Geheimdienst arbeitete, gerettet. Dieser kaufte 1931 die Arbeitsanleitungen der neuen deutschen Enigma-Verschlüsselungsmaschine von einem Angestellten, so dass 1932 ein junger polnischer Mathematiker den Code knacken konnte. Das ist fünf Jahre bevor Alan Turing überhaupt daran dachte, Kryptologie zu studieren.
Zwischen der größten Erpressung der Geschichte und dem Kauf des Codes folgt Chancers Newton und Lemoine durch die ganze Welt, von Monte Carlo bis Mexiko - immer in den besten Hotels -, während sie die Reichen und Leichtgläubigen um ihre Millionen betrügen. Bei ihren Recherchen in der India Office Library und den National Archives ist Barbara Jeffery auf eine außergewöhnliche Geschichte gestoßen: Ein Dokument wurde eigens für sie geöffnet und sie musste es in einem verschlossenen Raum lesen.