Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Chasing World-Class Urbanism, 30: Global Policy Versus Everyday Survival in Buenos Aires
Hinterfragt die zunehmend vorherrschenden städtebaulichen Orthodoxien und die Frage, ob sie wirklich dem täglichen Leben der Stadtbewohner dienen
Was macht manche Städte zur Weltklasse? Diese Bezeichnung spiegelt in zunehmendem Maße die Anwendung eines Instrumentariums von Stadtplanungspraktiken und -strategien wider, die rund um den Globus kursieren. Diese Strategien - die Einrichtung kreativer Bezirke, die sich der Technologie und dem Design widmen, die Begrünung der Straßen, die Umgestaltung historischer Bezirke zu Touristenattraktionen - wurden eingesetzt, um Buenos Aires nach der verheerenden Wirtschaftskrise von 2001 zu einer weltweit wettbewerbsfähigen Stadt zu machen. In diesem reichhaltig gezeichneten Bericht untersucht Jacob Lederman, was uns diese Bemühungen über die sich schnell entwickelnden Veränderungen in der Stadtplanungspraxis lehren und warum so viele lokale Beamte einer fast identischen Vision von Weltklasse-Städtebau nachjagen.
Lederman untersucht den Einfluss von Nichtregierungsorganisationen und multilateralen Organisationen aus dem Norden auf eine prominente Stadt des globalen Südens. Anhand empirischer Daten, aufmerksamer Beobachtungen und Interviews mit Menschen, die von Stadtplanern bis zu Straßenverkäufern reichen, untersucht er, wie sich transnationale Best Practices tatsächlich auf das Leben der Stadtbewohner auswirken. Seine Forschungen dokumentieren auch die Formen des Widerstands, die von den Bewohnern im Alltag geleistet werden, und die Tendenz lokaler Institutionen und sozialer Beziehungen, die von oben verordneten Pläne der Behörden zu untergraben. Vor allem hebt Lederman die Paradoxien des Urbanismus von Weltrang hervor: Während die von internationalen Agenturen festgelegten Prioritäten beispielsweise durch nicht-marktwirtschaftliche Werte wie Nachhaltigkeit, Inklusion und Lebensqualität zum Ausdruck gebracht werden, verwenden lokale Beamte oft marktorientierte Lösungen, um sie zu verfolgen. Und trotz der fortschrittlichen Rhetorik, mit der die Ziele der Stadtplanung beschrieben werden, haben sie in den meisten Fällen zu einer stärkeren sozialen, wirtschaftlichen und geografischen Schichtung geführt.
Chasing World-Class Urbanism ist ein dringend benötigter Leitfaden zu den Überschneidungen von Kultur, Ideologie und den Lebensrealitäten des 21. Jahrhunderts in einer lateinamerikanischen Großstadt, der die Spannung zwischen technokratischen Bestrebungen und gelebter Erfahrung beleuchtet.