
Secondhand China: Spain, the East, and the Politics of Translationvolume 39
Diese transkulturelle Studie über die kulturelle Produktion beleuchtet die Art und Weise, wie sich die spanische Literatur China vorstellte, indem sie sich auf englisch- und französischsprachige Quellen stützte.
Carles Prado-Fonts untersucht, wie die gleichzeitige Abhängigkeit von der Übersetzung und deren Verschleierung in diesen kulturübergreifenden Darstellungen die Illusion eines homogenen Westens schuf. Er argumentiert, dass der Orientalismus zu einem Instrument der Hegemonie nicht nur zwischen "dem Westen und dem Rest" wurde, sondern auch innerhalb des Westens selbst, wo spanische Schriftsteller Darstellungen Chinas nutzten, um sich mit Europa zu verbinden, eine nationale Stimme zu schärfen oder Ideen der politischen und kulturellen Modernität zu fördern.
Prado-Fonts hat ein eklektisches und überraschendes Archiv aufgedeckt und stützt sich auf verschiedene kulturelle Artefakte aus der Populärliteratur, dem Journalismus und dem frühen Kino, um eine reichhaltige Darstellung der Wahrnehmung Chinas im Westen zwischen 1880 und 1930 zu bieten. Enrique Gaspar, Luis de Oteyza, Vicente Blasco Ibez und weniger bekannte Autoren, die auf Spanisch und Katalanisch schreiben, treten in einen Dialog mit Leo Tolstoi, John Dewey, W. Somerset Maugham, Bertrand Russell, Pearl Buck und Andr Malraux sowie mit stereotypen Figuren der Populärkultur wie Fu Manchu und Charlie Chan.
Prado-Fonts entlarvt die Übersetzung als eine Technologie der kulturellen Hegemonie und China als ein attraktives Objekt der Repräsentation. Secondhand China ist ein zeitgemäßer Beitrag zu unserem Verständnis davon, wie wir Wissen über die Welt schaffen und konsumieren, und eine unverzichtbare Lektüre für Wissenschaftler und Studenten der Orientalistik, der postkolonialen Studien, der Übersetzungswissenschaft, der vergleichenden Literaturwissenschaft und der Kulturwissenschaft.