
China's Political Economy in the XI Jinping Epoch: Domestic and Global Dimensions
Dieses Buch wirft einen neuen Blick auf die chinesische politische Wirtschaft an einem entscheidenden Wendepunkt. Angesichts eines wettbewerbsintensiveren internationalen Umfelds haben sich die chinesischen Reformen von ihrer früheren Ausrichtung auf wirtschaftliche Liberalisierung und politische Dezentralisierung hin zu einer straffer organisierten, zentralisierten Form des Staatssozialismus verlagert.
Die energische finanzpolitische Reaktion des Parteistaats auf die globale Finanzkrise (2008-2009) hat dem Land eine deutlich verbesserte Infrastruktur und ein größeres nationales Selbstbewusstsein beschert. Die eher monokratische zentrale Führung hat ihre Anstrengungen verdoppelt, um Armut und Umweltverschmutzung zu bekämpfen, technologische Innovationen voranzutreiben und gleichzeitig einen ideologischen Konsens, politische Loyalität und Korruptionsbekämpfung rigoros durchzusetzen. Dies geschah in einem internationalen Kontext, der von einer Verlangsamung des Handels und nationalistischen Bestrebungen gegen die „Globalisierung“ geprägt ist, wozu auch die bilaterale chinesisch-amerikanische Polarisierung gehört.
Während China zu den entschiedensten Befürwortern und Nutznießern der Globalisierung gehörte, hat die beginnende „Abkopplung“ durch den Handelskrieg eine Bewegung hin zu wirtschaftlicher und technologischer Eigenständigkeit ausgelöst. Die Hinwendung nach innen konkurriert jedoch mit einem konkurrierenden Impuls zu einem stärkeren Engagement in der Welt.
Am deutlichsten wird dies durch die Belt and Road Initiative, die den massiven Ausbau der Infrastruktur in Zentralasien und der süd- und südostasiatischen maritimen Peripherie vorantreibt. Trotz der Verlangsamung des Wachstums und der hohen Verschuldung befindet sich China dank der raschen Erholung von der Covid-19-Epidemie in einer relativ starken wirtschaftlichen Position.