
Von Geburt an ist Vega Maria Dreary in einem Schraubstock widersprüchlicher elterlicher Erwartungen gefangen. Ihr Vater erzieht sie dazu, die heldenhaften männlichen Abenteurer der Geschichte zu bewundern, während ihre Mutter sie zu Hausarbeit und Konformität erzieht. Doch als sie in die Pubertät kommt, lösen sich die väterlichen Halbversprechen in Luft auf und Vega muss sich ihren eigenen Weg aus dem häuslichen Käfig erkämpfen. In einer Zeit der Revolution und des Bürgerkriegs im Finnland des frühen zwanzigsten Jahrhunderts fällt es ihr schwer, ihre eigene Berufung zu erkennen, und so wendet sie sich zunächst der Sache des Feminismus zu, fühlt sich dann aber zu einer umfassenderen humanitären Mission hingezogen.
Die erwachsene Vega blickt mit ironischem Humor auf ihr jüngeres Ich zurück, ist aber verzweifelt über das Ende der steinigen Beziehung zu ihrem geliebten Ta, der sich durch seine Kriegserlebnisse verändert hat. Sie erholt sich und beschließt, ihrem Kindheitshelden Livingstone nachzueifern, indem sie sich neue Wege durch ihren eigenen psychologischen Dschungel bahnt.
Ein Kaleidoskop wechselnder Rollen für Vega wirbelt uns durch diesen fesselnden Roman der Moderne, vielschichtig, aber hervorragend zugänglich, mit einem wunderbaren Gespür für Sprache und lebendigen Beschwörungen einer Epoche und eines Ortes. Chitambo, das von vielen als Hagar Olssons bester Roman angesehen wird, liegt nun erstmals auf Englisch vor.