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Christian Ritual and the Creation of British Slave Societies, 1650-1780
Diese Studie bietet einen neuen und herausfordernden Blick auf die christlichen Institutionen und Praktiken in den karibischen und südamerikanischen Kolonien Großbritanniens. Nicholas M. Beasley, der sich auf die Plantagengesellschaften von Barbados, Jamaika und South Carolina konzentriert, stellt fest, dass die Tradition des liturgischen Gottesdienstes an diesen Orten lebendiger und tiefer im europäischen Christentum verwurzelt war als bisher angenommen. Darüber hinaus, so argumentiert Beasley, war die Bindung der weißen Kolonisten an die religiöse Kontinuität durch und durch rassistisch geprägt. Kirchliche Bräuche, Sakramente und Zeremonien waren ein Mittel zur Regulierung der Sklaverei und zur Durchsetzung des Weißseins. Mit einer Mischung aus historischen und anthropologischen Methoden behandelt Beasley Themen wie Kirchenarchitektur, Sitze auf den Kirchenbänken, Heirat, Taufe, Abendmahl und Beerdigungen. Die Kolonisten schufen eine Umgebung in heiliger Zeit und heiligem Raum, die ihre Rituale so gestaltete, dass sie maximale soziale Wirkung erzielten, und sie machten Privilegien und Macht geltend, indem sie einige Rituale privatisierten und farbigen Menschen den Zugang zu Ritualen verwehrten. Beasley zeigt immer wieder, wie sich diese Kultur des Gottesdienstes veränderte, da jede Kolonie im Laufe der Zeit auf ihre eigenen politischen, ökologischen und demografischen Umstände reagierte. Zu den lokalen Faktoren, die Einfluss darauf hatten, wer an christlichen Ritualen teilnahm und wie, wann und wo diese Rituale stattfanden, könnte die Struktur der anglikanischen Kirche gehören, die tendenziell weniger hierarchisch und zentralisiert war als zu Hause in England.
Das Ausmaß der Spannungen zwischen Anglikanern und Protestanten.
Das Fortbestehen afrikanischer religiöser Überzeugungen.
Und die Haltung der Kolonisten gegenüber freien Farbigen und Elitesklaven. Dieses Buch bereichert die bestehende Geschichtsschreibung, die die kulturelle Kraft des liturgischen Christentums im frühen Süden und in der britischen Karibik vernachlässigt, und bietet eine neue Darstellung der Übersetzung des frühneuzeitlichen englischen Christentums in das frühe Amerika.".