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Cioran - A Dionysiac with the voluptuousness of doubt
Seit seinen Anfängen ist das philosophische Denken auf den Tod fixiert. Der Tod war ebenso wie das Leben die unablässige Triebfeder für einige der größten Denker der Geschichte. Für Emil Cioran, einen rumänisch-französischen Philosophen, kann jedoch selbst die Philosophie nicht versuchen, das unvermeidliche Unbekannte zu verstehen oder einzudämmen.
Cioran, der als Antiphilosoph gilt, betrachtete und reflektierte die menschliche Erfahrung mit einem verzweifelten Pessimismus. Seine Werke sind von einem grüblerischen, fatalistischen Temperament geprägt, das sich in seiner Ironie, seinem schwarzen Humor und seinem unnachahmlichen Stil offenbart und definiert. Obwohl Ciorans spätere Werke in der Wissenschaft viel Anerkennung gefunden haben, wurde den Texten, die er in seiner Jugend schrieb, wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
Vor dem historischen Hintergrund der rumänischen Zwischenkriegszeit präsentiert dieses Buch erstmals eine Analyse der wenig bekannten Werke dieses bahnbrechenden rumänischen Denkers. Das Buch, das stark von seiner Erziehung geprägt ist, bietet einen Einblick in Ciorans erste Versuche, sich in philosophische Unternehmungen zu vertiefen, bevor es sich seinen späteren Werken, Auf den Höhen der Verzweiflung (1934), Die Verklärung Rumäniens (1936) und Die Dämmerung der Gedanken (1940; geschrieben in Frankreich), zuwendet. Unter Verwendung der französischen und rumänischen Ausgaben dieser Werke, aber auch ihrer Originalmanuskripte, versucht dieser Band eine neue Lesart zu bieten, die die Sprache und nicht eine soziale oder politische Kritik in den Mittelpunkt stellt. Als wichtiger und provokativer Beitrag zur bestehenden Literatur über Cioran ist dieses Buch ein unverzichtbares Nachschlagewerk für Studierende und Forscher gleichermaßen.