Bewertung:

Das Buch ist ein persönlicher und emotionaler Bericht über das Leben von Clyde Warrior, der seinen Einfluss auf seine Freunde und die Gemeinschaft der amerikanischen Ureinwohner hervorhebt. Während es beeindruckende Recherchen und intime Geschichten durch mündliche Überlieferungen bietet, wird es für das Fehlen eines breiteren historischen Kontextes und Bedeutung in Bezug auf den Aktivismus der Ureinwohner kritisiert.
Vorteile:⬤ Starke und emotionale Lektüre
⬤ hervorragende Einbeziehung mündlicher Überlieferungen
⬤ persönliche Verbindungen von Klassenkameraden, die Clyde Warrior kannten
⬤ eine aufschlussreiche Perspektive auf seinen Charakter und seine Beiträge.
⬤ Fehlt eine größere geschichtliche Bedeutung
⬤ bietet einen engen Blick auf Clyde Warriors Leben
⬤ versäumt es, breitere Themen im Aktivismus der Ureinwohner anzusprechen.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Clyde Warrior: Tradition, Community, and Red Power
Der von Clyde Warrior (1939-1968) in den 1960er Jahren geprägte Begriff Red Power führte eine militante Rhetorik in den Aktivismus der amerikanischen Indianer ein. In dieser ersten Biografie über Warrior stellt der Historiker Paul R. McKenzie-Jones den Ponca-Führer als den Architekten der Red-Power-Bewegung vor und hebt ihn als eine der bedeutendsten und einflussreichsten Persönlichkeiten im Kampf für die Rechte der Indianer hervor.
Die Red-Power-Bewegung entstand als Reaktion auf die jahrhundertelange Unterdrückung der indianischen Völker durch die Bundesbehörden. Sie umfasste eine Reihe von Basisorganisationen, die sich für Vertragsrechte, Stammessouveränität, Selbstbestimmung, kulturelle Bewahrung und kulturelle Relevanz im Bildungswesen einsetzten. Warrior war Mitbegründer des National Indian Youth Council und gehörte zu den prominentesten Sprechern der Bewegung. In den 1960er Jahren bahnte er mit einer Kombination aus ultranationalistischer Rhetorik und direktem Protest den Weg für ein kulturelles und politisches Wiedererwachen im Indianerland.
McKenzie-Jones nutzt Interviews mit einigen von Warriors engsten Vertrauten, um die Komplexität von Gemeinschaft, Tradition, Kultur und Stammesidentität zu beschreiben, die Warriors Aktivismus prägten. McKenzie-Jones behauptet, dass Warriors Tod im Alter von neunundzwanzig Jahren zu viele Jahre lang seinen Intellekt und seine Leistungen überschattet hat. Red Power wurde als eine indianische Interpretation von Black Power eingestuft, die nach seinem Tod entstand. Dieses bahnbrechende Buch bringt jedoch bisher unbekannte Verbindungen zwischen Red Power und Black Power ans Licht, die zeigen, dass die Bewegungen Seite an Seite als militante, dringende Aufrufe zum sozialen Wandel entstanden. Warrior hat den Slogan lediglich als Metapher für kulturelle und gemeinschaftliche Integrität übernommen.
Als Nachkomme von Erbhäuptlingen war Warrior von Geburt an in die Geschichte und Sprache der Ponca eingetaucht. McKenzie-Jones zeigt, wie diese intime Erfahrung und die durch die Teilnahme an Powwows, Sommerworkshops und indianischen College-Organisationen gewonnene Perspektive Warrior's stammesübergreifende Herangehensweise an indianische Angelegenheiten prägte. Diese längst überfällige Biografie zeigt, wie Clyde Warriors Engagement für Kultur, Gemeinschaft und Tradition die Grundlage für seine Vision von Red Power bildete.