Bewertung:

In den Rezensionen zu „Comic Book Nation“ wird das Buch als eine umfassende und aufschlussreiche Geschichte der Comics und ihres Einflusses auf die amerikanische Kultur hervorgehoben. Die Leser loben die gute Lesbarkeit, den umfassenden Charakter des Buches und die gründliche Recherche des Themas. Zu den bemerkenswerten Kritikpunkten gehören jedoch fehlende Seiten in einigen Exemplaren, eine unvollständige Erforschung der Comic-Geschichte nach 1960 und ein Mangel an wissenschaftlicher Tiefe in einigen Bereichen.
Vorteile:⬤ Äußerst informativ und unterhaltsam
⬤ gut recherchiert und mit fesselnden Geschichten
⬤ gründliche Darstellung der Geschichte und des kulturellen Einflusses von Comics
⬤ sowohl für Fans als auch für Wissenschaftler geeignet
⬤ ergänzt akademische Studien gut.
⬤ Einige Exemplare haben fehlende Seiten
⬤ mangelnde Abdeckung der Entwicklungen von Comics nach 1960
⬤ kann für sachkundige Leser repetitiv sein
⬤ minimale analytische Tiefe und Fehlen einer umfassenden Bibliographie.
(basierend auf 27 Leserbewertungen)
Comic Book Nation: The Transformation of Youth Culture in America
So amerikanisch wie Jazz oder Rock'n'Roll sind Comics seit Supermans Debüt 1938 in Action Comics Nr. 1 ein fester Bestandteil der nationalen Populärkultur. In den letzten sechs Jahrzehnten wurden jedes Jahr Millionen von Comics verkauft, und sie haben in der Kindheit der meisten heute lebenden Amerikaner eine wichtige Rolle gespielt. In Comic Book Nation bietet Bradford W. Wright eine fesselnde, erhellende und oft provokative Geschichte der Comic-Industrie im Kontext der amerikanischen Gesellschaft des 20. Jahrhunderts.
Von Batmans Kämpfen gegen korrupte Lokalpolitiker in der Depressionszeit über Captain Americas Ein-Mann-Krieg gegen Nazi-Deutschland bis hin zu Iron Mans Heldentaten im Kalten Krieg in Vietnam und Spider-Mans Konfrontationen mit Studentenprotesten und Drogenkonsum in den frühen 1970er Jahren haben Comics stets die nationale Stimmung widergespiegelt, wie Wrights phantasievolle Lektüre von Tausenden von Titeln aus den 1930er bis 1980er Jahren deutlich macht. In jedem Genre - Superhelden-, Kriegs-, Liebes-, Kriminal- und Horrorcomics - stellt Wright fest, dass Autoren und Zeichner das Medium nutzten, um eine Vielzahl ernster Themen anzusprechen, darunter Rassismus, wirtschaftliche Ungerechtigkeit, Faschismus, die Gefahr eines Atomkriegs, Drogenmissbrauch und die Entfremdung von Jugendlichen. Gleichzeitig bewiesen fremdenfeindliche Kriegsserien, dass Comics so reaktionär sein konnten wie jedes andere Medium.
Wrights lebhafte Studie konzentriert sich auch auf die Rolle, die Comics bei der Verwandlung von Kindern und Jugendlichen in Konsumenten spielten; die genialen Bemühungen der Industrie, ihre Produkte an Legionen junger, aber versierter Fans zu vermarkten; die Bemühungen von Eltern, Politikern, religiösen Organisationen, Bürgergruppen und Kinderpsychologen wie Dr. Fredric Wertham (dessen Buch Seduction of the Innocent aus dem Jahr 1954, eine anzügliche Darstellung der Gewalt und des sexuellen Inhalts des Mediums, zu Anhörungen im US-Senat führte), um Jugendkriminalität mit Comics in Verbindung zu bringen und der Branche eine Zensur aufzuerlegen, sowie die sich im Laufe des Jahrhunderts verändernde wirtschaftliche Situation der Comicverlage. Für die Taschenbuchausgabe hat Wright ein neues Postskriptum verfasst, das die Entwicklungen der Branche in den späten 1990er Jahren und die Reaktion der Comiczeichner auf die Tragödie des 11. Septembers detailliert beschreibt. Comic Book Nation ist zugleich eine ernsthafte Studie der Populärkultur und ein unterhaltsamer Blick auf eine beständige amerikanische Kunstform.
--Stan Lee "Cercles".