Bewertung:

Das Buch bietet eine kritische Analyse des Corbynismus und verwendet einen ausgewogenen und journalistischen Ansatz, der marxistische Theorien einbezieht, um Corbyns politische Ideologie in einen Kontext zu stellen. Es wird für seine gründliche Untersuchung der jüngsten Geschichte der Labour-Partei und seine Kritik an Corbyns Führung gut aufgenommen, obwohl einige Teile als dicht angesehen werden und unter Corbyns Anhängern zu Meinungsverschiedenheiten führen könnten.
Vorteile:Ausgewogene und analytische Herangehensweise, abgerundete Argumente, guter Überblick über den Kapitalismus, exzellente Zusammenfassung der vergangenen Misserfolge der Labour-Parteiführung, Pflichtlektüre für Liebhaber britischer Politik.
Nachteile:Bisweilen schwerfällig, könnte Corbyns Anhänger verärgern, lässt es an Tiefe im Umgang mit den Antisemitismusvorwürfen fehlen und zeigt Unwissenheit gegenüber komplexen Themen.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Corbynism: A Critical Approach
Seit Jeremy Corbyn zum Labour-Führer gewählt wurde, wird der Corbynismus abgetan, verspottet oder romantisiert - aber selten als eigenständiges Gedankengut ernst genommen.
Aus linker Perspektive wird in diesem Buch das gemeinsame Verständnis des Kapitalismus und seiner Alternativen, das die Bestandteile der Corbyn-Bewegung vereint, kritisch umrissen. Unter Umgehung von Argumenten zur Wählbarkeit, die durch die Wahl 2017 untergraben wurden, entschlüsselt Corbynm: A Critical Approach (Ein kritischer Ansatz) die zentralen Grundsätze der corbynistischen Weltanschauung und zeigt ihre Kohärenz mit den gegenwärtigen politisch-ökonomischen Veränderungen auf.
Corbyns Programm des Protektionismus im Inland und des Isolationismus im Ausland, so die These, deckt sich mit dem verschwörerischen Verständnis des globalen Kapitalismus als "manipuliertes System", das dem populistischen Nativismus im Zeitalter von Trump und Brexit eigen ist.