Bewertung:

Das Buch wird für seine aufschlussreichen Beiträge zum Studium der elektronischen und Hypertext-Literatur hoch geschätzt, auch wenn einige Rezensenten anmerken, dass sein primärer Wert aufgrund der Entwicklung des Mediums nun historisch sein könnte.
Vorteile:Gut erhaltener Zustand, anregende Gedanken und Ideen, eine Pflichtlektüre für ernsthafte Wissenschaftler, historisch bedeutsam für das Studium der elektronischen Literatur, einflussreich im Bereich der Videospielforschung.
Nachteile:Wird heute als weniger relevant angesehen, da die Hypertext-Literatur zurückgegangen ist, und einige Konzepte wie Textons und Scriptons können aufgrund von technologischen Fortschritten wie neuronalen Netzen als überholt gelten.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Cybertext: Perspectives on Ergodic Literature
Von Computerspielen bis zu Hypertext-Literatur: Aarseth untersucht die Ästhetik und Textdynamik der digitalen Literatur
Können Computerspiele große Literatur sein? Bedeuten die sich rasch entwickelnden und kulturell expandierenden Genres der digitalen Literatur, dass der narrative Diskursmodus - Romane, Filme, Fernsehserien - seine dominante Stellung in unserer Kultur verliert? Ist es notwendig, eine neue Ästhetik der Cyborg-Textualität zu definieren?
In Cybertext untersucht Espen Aarseth die Ästhetik und Textdynamik digitaler Literatur und ihrer verschiedenen Gattungen, darunter Hypertext-Fiction, Computerspiele, computergenerierte Lyrik und Prosa sowie kollaborative Internettexte wie MUDs. Anstatt jedoch auf der Einzigartigkeit und Neuartigkeit des elektronischen Schreibens und der interaktiven Fiktion zu bestehen, stellt Aarseth diese literarischen Formen in die Tradition der ergodischen Literatur - ein Begriff aus der Physik, der offene, dynamische Texte wie das I Ging oder Apollinaires Kalligramme beschreibt, bei denen der Leser bestimmte Handlungen ausführen muss, um eine literarische Sequenz zu erzeugen.
Durch die Konstruktion eines theoretischen Modells, das beschreibt, wie neue elektronische Formen auf dieser Tradition aufbauen, überbrückt Aarseth die weithin angenommene Kluft zwischen Texten auf Papier und elektronischen Texten. Anschließend nutzt er die Perspektive der ergodischen Ästhetik, um literarische Theorien des Erzählens, der Semiotik und der Rhetorik zu überprüfen und die Auswirkungen der Anwendung dieser Theorien auf Materialien zu untersuchen, für die sie nicht gedacht waren.