
D.H. Lawrence and Attachment
Obwohl wir alle während des Heranwachsens mit einem Tauziehen zwischen Abhängigkeit und Autonomie konfrontiert sind, erlebte der britische Autor D. H.
Lawrence (1885-1930) diesen Kampf mit besonderer Intensität. Später im Leben ermöglichten es ihm seine scharfe Beobachtungsgabe, seine hohe emotionale Intelligenz und seine Ausdrucksfähigkeit, diesen Konflikt in seinen Werken zu artikulieren, wie es nur wenigen anderen Schriftstellern gelang. Unter Anwendung von Konzepten der Bindungstheorie präsentiert D.
H.
Lawrence and Attachment innovative Lesarten eines breiten Spektrums von Lawrence' Fiktion. Ronald Granofsky deckt verborgene Muster in Lawrences Werk auf, vertieft unser Verständnis für seine fiktiven Charaktere und enthüllt eine neue Bedeutung für zentrale Themen wie Geschlechtsidentifikation, Ehe und Klasse.
Insbesondere Lawrence' zu enge Beziehung zu seiner eigenen Mutter bildete die Grundlage für sein lebenslanges Interesse an Bindungen und gab den Anstoß für seine literarische Erforschung des empfindlichen Gleichgewichts zwischen dem Wunsch nach Nähe und dem Bedürfnis nach Trennung. Während die Theorien von Margaret S. Mahler, D.
W. Winnicott, John Bowlby und anderen erst nach Lawrence' Tod entwickelt wurden, weist sein Werk über Beziehungen - und deren Beeinflussung durch frühkindliche Erfahrungen - eine auffallende Ähnlichkeit mit den Konzepten der Bindungstheorie auf. Der Lawrence, der aus D.
H. Lawrence and Attachment hervorgeht, ist ein psychologischer Schriftsteller von großer Kraft, dessen intuitive Einsichten in die Unwägbarkeiten der Bindung zu einer reichen, komplexen Fiktion führten.