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Dante's Modernity: An Introduction to the Monarchia. With an Essay by Judith Revel
Claude Lefort, einer der bedeutendsten politischen Philosophen des zwanzigsten Jahrhunderts, liest Dantes Monarchia und zeigt die überraschende Relevanz dieses radikalen Traktats aus dem vierzehnten Jahrhundert, das die Notwendigkeit einer von der Kirche unabhängigen Universalmonarchie verteidigt. Der Essay, der als Begleitlektüre zu einer neuen französischen Übersetzung von Dantes Traktat im Jahr 1993 geschrieben wurde und hier zum ersten Mal auf Englisch erscheint, ist ein Beispiel für Leforts charakteristische Methode, der politischen Philosophie neue Wege zu weisen, indem er Schlüsselwerke der Geschichte des politischen Denkens neu interpretiert. Dantes Monarchia wurde schon früh von der Kirche angegriffen, 1329 als häretisch verbrannt und stand bis 1881 auf dem Index der verbotenen Werke des Vatikans. Mit scharfem Blick und seiner charakteristischen Liebe zum Detail spürt Lefort dem oft verborgenen Einfluss von Dantes lange unterdrücktem Traktat auf die Politik und das politische Denken der folgenden Jahrhunderte nach. Er fordert uns auch auf, sein noch immer nicht realisiertes Potenzial zu erforschen, indem er Dantes Vorstellung von universeller Souveränität von ihren historischen Verbindungen zu Imperialismus und Nationalismus loslöst. Indem er die Provokation von Dantes Traktat für zeitgenössische Debatten herausarbeitet, präsentiert Leforts Essay den Lesern von Dante einen bemerkenswert frischen Bericht über einen oft vernachlässigten, aber entscheidenden Teil des Werks des Autors.
In ihrem ausführlichen interpretierenden Essay unterzieht Judith Revel Leforts Begegnung mit Dante einer transformativen Fehldeutung und zeigt die Bedeutung von Dantes Text für Leforts Konzeption der politischen Philosophie. Sorgfältig rekonstruiert sie sein radikales Erbe, das allzu oft auf eine postmarxistische Wende reduziert oder gar mit einer Affirmation der liberalen Demokratie verwechselt wird.
Die beiden Aufsätze werden von einer Anmerkung der Übersetzerin Jennifer Rushworth und einem Vorwort von Christiane Frey begleitet.