
Alton's Paradox
Alton's Paradox stützt sich auf umfangreiche Archiv- und Primärforschung, verwendet aber einen einzigen Text als Ausgangspunkt - einen Artikel des ungarisch-amerikanischen Kameramanns John Alton aus dem Jahr 1934 in der von Hollywood herausgegebenen Zeitschrift International Photographer.
Von Argentinien aus schreibt Alton paradoxerweise über den cine nacional: "Die Möglichkeiten sind enorm, aber erst wenn ausländische Techniker die Sache in die Hand nehmen und mit ausländischer Organisation wird es eine lokale Industrie geben." Nicolas Poppe argumentiert, dass Alton kurz und bündig einen Gedankengang zum Ausdruck bringt, der in Lateinamerika während der frühen Tonfilmzeit weit verbreitet war, aber von der Wissenschaft kaum erforscht wurde: dass ausländische Arbeitskräfte für den Aufstieg der nationalen Filmindustrien von zentraler Bedeutung waren. Indem er dieses Paradoxon von Hollywood über Mexiko bis nach Argentinien und darüber hinaus verfolgt, überdenkt Poppe eine Reihe von Begriffen, die untrennbar mit der traditionellen Filmgeschichtsschreibung verbunden sind, darunter Autorenschaft, (Dis-)Kontinuität, Intermedialität, Arbeit, Nationales Kino und Transnationalismus.
Weitreichende Einblicke in die nationalen Filmindustrien ergänzen die eingehenden Analysen der Arbeiten von Jos Mojica, Alex Phillips, Juan Orol, ngel Mentasti und Tito Davison.