Bewertung:

Das Buch erforscht die Verbindung zwischen Neurowissenschaft und Altruismus und stellt eine Theorie auf, die besagt, dass altruistisches Verhalten von unserem Nervensystem angeboren ist. Es bietet Einblicke in die menschliche Empathie und den Altruismus, sieht sich jedoch der Kritik ausgesetzt, dass es an substanziellen Beweisen mangelt und der revolutionäre Charakter seiner Behauptungen überbewertet wird.
Vorteile:Das Buch bietet wertvolle Einblicke in altruistisches Verhalten und Empathie, geschrieben von einem angesehenen Neurowissenschaftler. Es behauptet, dass Altruismus ein angeborenes neurologisches Phänomen ist, und verwendet einen strengen wissenschaftlichen Ansatz, der es für die Leser zugänglich und inspirierend macht.
Nachteile:Kritiker argumentieren, dass die Beweise für die Altruistic Brain Theory unzureichend sind, und einige schlagen vor, sie stattdessen als Hypothese zu bezeichnen. Andere finden, dass der Autor der Theorie zu viel dramatische Bedeutung beimisst und dabei die Bedeutung der Entwicklungsgeschichte und des sozialen Kontextes bei der Ausprägung von Altruismus vernachlässigt.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Altruistic Brain: How We Are Naturally Good
Seit dem Beginn der aufgezeichneten Geschichte haben Recht und Religion "Regeln" aufgestellt, die gutes Verhalten definieren. Wenn wir solche Regeln befolgen, weisen wir einer externen Autorität die Fähigkeit zu, zu bestimmen, wie wir handeln sollen. Selbst Anarchisten erkennen an, dass wir die Wahl haben, ob wir gehorchen oder nicht, denn niemand hat ernsthaft bezweifelt, dass die Quelle der sozialen Ordnung in unseren umfassenden ethischen Systemen liegt. Die Debatte konzentrierte sich nur auf die Frage, welches System das beste ist, ohne auch nur einen Augenblick daran zu denken, dass das Gesetz, die Religion oder eine philosophische Abwandlung davon nicht die Grundlage für prosoziales Handeln ist. Die einzige Abweichung von diesem einheitlichen Verständnis der menschlichen Gesellschaft kommt von den Verhaltenswissenschaften, die verschiedene biologische Grundlagen für menschliches Wohlverhalten anführen. Neurowissenschaftler, Psychologen und Evolutionsbiologen haben eine Revolution in Gang gesetzt, die tiefgreifender ist, als es sich ein Anarchist je erträumt hätte, und lassen dabei sowohl alte als auch relativ moderne ethische Systeme beiseite. Im Wesentlichen argumentieren diese Forscher, dass die Quelle des guten menschlichen Verhaltens - des Wohlwollens, das wir mit den höchsten religiösen Lehren in Verbindung bringen - von unserer körperlichen Konstitution ausgeht. Unsere Gehirne, Hormone und Gene verkörpern buchstäblich unseren sozialen Kompass. In The Altruistic Brain liefert der renommierte Neurowissenschaftler Donald Pfaff das neueste und weitreichendste Argument zur Unterstützung dieser Revolution und erklärt in exquisiten Details, wie unsere neuroanatomische Struktur die Freundlichkeit gegenüber anderen begünstigt.
Anders als jede andere Studie auf diesem Gebiet fasst The Altruistic Brain die wichtigsten Forschungsergebnisse darüber zusammen, wie und warum Menschen - auf rein physischer Ebene - Mitgefühl füreinander empfinden und altruistisch reagieren. Es zeigt, dass der Mensch von vornherein für altruistisches Verhalten "verdrahtet" ist, so dass unaufgeforderte, spontane Freundlichkeit unser Standardverhalten ist; ein solches Verhalten kommt natürlich, unabhängig von religiösen oder kulturellen Faktoren. Basierend auf seinen eigenen Forschungen und denen einiger der bedeutendsten Wissenschaftler der Welt fasst Dr. Pfaff bewährte Gehirnmechanismen zu einer Theorie zusammen, die gleichzeitig neuartig und leicht nachweisbar ist. Darüber hinaus erklärt er, wie wir mit Hilfe von psychosozialen Ansätzen, die inzwischen gut verstanden sind, Hindernisse für die natürlichen, altruistischen Neigungen des Gehirns aus dem Weg räumen können. Dies ist das erste Buch, das nicht nur erklärt, warum wir von Natur aus gut sind, sondern auch Wege aufzeigt, wie wir uns so gut wie möglich verhalten können.
Das altruistische Gehirn ist Pflichtlektüre für jeden, der die verhaltenswissenschaftliche Revolution und das Versprechen, das sie für eine Neuausrichtung der Gesellschaft hin zu mehr Kooperation bietet, verstehen will.