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Misreading the Bengal Delta: Climate Change, Development, and Livelihoods in Coastal Bangladesh
Bangladesch liegt gefährlich nahe am Meeresspiegel und ist anfällig für Überschwemmungen, Erosion und Wirbelstürme. Deshalb gehört es zu den Hauptempfängern von Entwicklungshilfe, die für die Anpassung an den Klimawandel vorgesehen ist. Doch inwieweit gehen die Anpassungsprojekte auf die lokalen Bedürfnisse und Anliegen ein? Misreading the Bengal Delta kombiniert Umweltgeschichte und ethnografische Feldforschung mit Entwicklungsexperten, Landwirten und landlosen Frauen und kritisiert die Darstellung Bangladeschs als Opfer des Klimawandels. Es wird untersucht, wie Entwicklungsakteure Modernisierungsprojekte aus der Kolonialzeit, die schwerwiegende Umweltauswirkungen verursacht haben, als Lösungen zur Klimaanpassung umdeklarieren. Dämme, die gegen Wirbelstürme und den Anstieg des Meeresspiegels schützen sollen, führen stattdessen zur Verschlammung von Wasserwegen und zu abflussbedingten Überschwemmungen. Andere Anpassungsprojekte, von salzhaltiger Aquakultur bis hin zu ertragreicher Landwirtschaft, bedrohen die Bodenfruchtbarkeit, die Artenvielfalt und die Lebensgrundlagen. Die Umweltkrise in Bangladesch geht über den Klimawandel hinaus und erstreckt sich auch auf die Anfälligkeit der Küstengebiete, die mit Unterbeschäftigung, Verschuldung und dem Fehlen einer allgemeinen Gesundheitsversorgung zusammenhängt.
In diesem aktuellen Buch wird analysiert, wie Entwicklungsakteure fehlerhafte kausale Narrative schaffen, die ihre Interventionen in Umwelt und Gesellschaft des globalen Südens mit dem Klimawandel in Verbindung bringen. Letztlich besteht die Gefahr, dass solche Fehlinterpretationen die klimatischen Bedrohungen und strukturellen Ungleichheiten noch verschärfen.
Misreading the Bengal Delta ist dank der großzügigen Unterstützung der Andrew W. Mellon Foundation in einer Open-Access-Ausgabe über den Sustainable History Monograph Pilot erhältlich.
Open-Access-Ausgabe: DOI 10. 6069/9780295749624.