Bewertung:

Diane Reynolds' Biografie „Das doppelte Leben des Dietrich Bonhoeffer“ bietet einen eingehenden und nuancierten Blick auf das Leben des Theologen Dietrich Bonhoeffer, wobei sie die bedeutende Rolle der Frauen in seinem Leben hervorhebt und kontroverse Themen seiner Sexualität erkundet. Während das Buch neue Einblicke gewährt und traditionelle Darstellungen in Frage stellt, finden einige Leser die Beweise für ihre Behauptungen über Bonhoeffers mögliche Homosexualität dürftig und unzureichend belegt.
Vorteile:Das Buch ist außerordentlich gut recherchiert und bietet komplizierte und detaillierte Einblicke in Bonhoeffers Leben. Reynolds gelingt es, die Bedeutung der Frauen in Bonhoeffers Leben hervorzuheben und Dimensionen seiner Sexualität zu erforschen, die oft übersehen werden, so dass Bonhoeffer als eine komplexe, nachvollziehbare Figur und nicht als bloßer „Gipsheiliger“ dargestellt wird. Der Schreibstil ist einnehmend und zieht den Leser in die Erzählung hinein.
Nachteile:Einige Leser sind der Meinung, dass Reynolds' Behauptungen über Bonhoeffers Sexualität und ihre Vorschläge für eine „entstehende queere Theologie“ nicht ausreichend belegt und möglicherweise zu spekulativ sind. Kritiker argumentieren, dass ihre starken Behauptungen nicht ausreichend durch die verfügbaren Beweise gestützt werden, was zu Meinungsverschiedenheiten über die in der Biografie gezogenen Schlussfolgerungen führt. Darüber hinaus kann der enge Fokus auf bestimmte Aspekte von Bonhoeffers Leben dazu führen, dass wichtige Details, die in anderen Biographien behandelt werden, nicht berücksichtigt werden.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
The Doubled Life of Dietrich Bonhoeffer: Women, Sexuality, and Nazi Germany
Nur wenige Theologen des zwanzigsten Jahrhunderts haben die Theologie stärker beeinflusst als Dietrich Bonhoeffer, ein Mann, der seinen Glauben lebte und durch die Hand der Nazis starb.
Für Bonhoeffer war das Theologische das Persönliche, Leben und Glaube waren tief miteinander verwoben - und bis heute wird die Welt von diesem Zeugnis inspiriert. Doch die wahre Geschichte der Frauen im Leben dieses bemerkenswerten Mannes wurde bisher durch eine konventionelle Erzählung verdunkelt, die ihre Rolle verzerrt hat.
Unter Verwendung von Primärquellenmaterial der Frauen und sogar mit dem ersten Foto der angeblichen ersten Verlobten Elisabeth Zinn werden diese Frauen in diesem Buch zum ersten Mal vollständig dargestellt. Das sehr lesenswerte und zugleich wissenschaftliche Sachbuch "Das doppelte Leben" stellt Bonhoeffers Theologie der Liebe und Sexualität in den Kontext seiner Auseinandersetzungen mit Frauen, Freundschaft und den Übeln in Nazideutschland.