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The Property of the Nation: George Washington's Tomb, Mount Vernon, and the Memory of the First President
(Finalist: George-Washington-Preis)
George Washington war ein wohlhabender Sklavenhalter, der glaubte, dass Republikanismus und soziale Hierarchie für das Überleben des jungen Staates unerlässlich waren. Und doch blieb er weitgehend frei von dem "elitären" Etikett, das seinen Zeitgenossen angeheftet wurde, denn Washington entwickelte sich im neunzehnten Jahrhundert in der öffentlichen Erinnerung zu einem Mann des einfachen Volkes, dem Vater der Demokratie. Diese Erinnerung, so erfahren wir in The Property of the Nation, war ein bewusst konstruiertes Bild, das im Laufe der Zeit geformt und umgestaltet wurde, meist im Dienste der einen oder anderen Sache. Matthew R. Costello zeichnet diesen Prozess anhand der Geschichte von Washingtons Grabmal nach, dessen Geschichte und Popularität den Aufbau einer Erinnerung an Amerikas ersten Präsidenten widerspiegeln - von, durch und für das amerikanische Volk.
Washingtons Ruhestätte auf seinem geliebten Anwesen Mount Vernon war zeitweise ebenso umstritten wie sein ikonisches Bild. Costello erzählt, dass die zahlreichen Versuche, die leiblichen Überreste des ersten Präsidenten zu verlegen, einen tieferen Einblick in die Frage der Erinnerung und der Heldenverehrung im frühen Amerika bieten. Während die Bemühungen von Politikern, Geschäftsleuten, Künstlern und Geschichtenerzählern beschrieben werden, die Erinnerung an Washington in Mount Vernon zu definieren, zu beeinflussen und davon zu profitieren, liegt das Hauptaugenmerk dieses Buches auf dem Prozess der Erinnerungsbildung unter den amerikanischen Bürgern. Da das Grabmal im Laufe der Zeit immer häufiger öffentlich zugänglich war, zog es immer mehr einfache Amerikaner nach Mount Vernon, und ihre Teilnahme an diesem nationalistischen Ritual trug dazu bei, Washington in der Vorstellung der Bevölkerung weiter zu demokratisieren. Costellos Buch verlagert die Aufmerksamkeit von offiziellen Gedenktagen und öffentlich inszenierten Veranstaltungen auf spontane Besuche der Bürger und zeigt in fesselnden Details, wie die Erinnerung an George Washington langsam aber sicher zum Eigentum der Nation wurde.