Bewertung:

Die Rezensionen heben die umfassende Analyse der Krise der repräsentativen Demokratie und die Kritik an den gegenwärtigen parlamentarischen Praktiken hervor und betonen die neomarxistische Perspektive des Buches. Es wird eine Neubewertung der Machtverteilung und der Effizienz der Parlamente gefordert. Das Werk wird für seine Gründlichkeit und seine Referenzen gelobt, aber auch für seinen Rückgriff auf marxistische Theorien und die vermeintliche Unpraktikabilität der vorgeschlagenen Lösungen kritisiert.
Vorteile:⬤ Gut geschrieben und akademisch rigoros
⬤ bietet eine umfassende Analyse der Veränderungen, die zur Krise der repräsentativen Demokratie geführt haben
⬤ übt wirkungsvolle Kritik am Einfluss von Lobbyisten und an der Unwirksamkeit parlamentarischer Reformen
⬤ enthält gute Referenzen und regt zum Nachdenken an
⬤ ermutigt die Leser, sich kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen.
⬤ Vertritt einen neomarxistischen Standpunkt, den manche als einschränkend oder unpraktisch empfinden könnten
⬤ schlägt Lösungen vor, die schwer umsetzbar erscheinen, wie z.B. die dezentrale Macht der Arbeitnehmer
⬤ Kritik an den Parlamenten bietet möglicherweise keinen klaren Weg in die Zukunft
⬤ stützt sich auf Theorien, die manche als veraltet oder übermäßig ideologisch ansehen könnten.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
The End of Representative Politics
Die repräsentative Politik steckt in der Krise. Das Vertrauen in die Politiker ist auf einem historischen Tiefstand. Immer weniger Menschen gehen zur Wahl oder treten in Parteien ein, und das Interesse an parlamentarischer Politik nimmt rapide ab. Selbst oppositionelle und radikale Parteien, die eigentlich von der Politikverdrossenheit der Bürger profitieren sollten, leiden darunter.
Doch an die Stelle der repräsentativen Politik treten andere Formen der politischen Betätigung: Sofortpolitik, direkte Aktionen, aufständische Politik. Wir lassen die traditionelle Repräsentation hinter uns und bewegen uns auf eine Politik ohne Repräsentanten zu. In diesem provokanten neuen Buch untersucht Simon Tormey die sich vollziehenden Veränderungen anhand zahlreicher Beispiele, vom Arabischen Frühling über den Indignados-Aufstand in Spanien, Straßenproteste in Brasilien und der Türkei bis hin zum Aufkommen neuer Initiativen wie Anonymous und Occupy.
Tormey argumentiert, dass die einfachen Annahmen, die unser Denken über das Wesen und die Rolle der Parteien und der „parteibasierten Demokratie“ geprägt haben, überdacht werden müssen. Wir treten in eine Zeit der schnellen Politik, der flüchtigen Politik, einer Politik der Straße, der Plätze, der Kleinstparteien, Pop-up-Partys und Demonstrationen ein. Dies könnte das Ende der repräsentativen Politik, wie wir sie kennen, sein, aber eine aufregende neue Ära des politischen Engagements hat gerade erst begonnen.