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Chiapas Maya Awakening: Contemporary Poems and Short Stories
Die indigene Bevölkerung Mexikos spricht heute, wie auch schon vor der Ankunft der Spanier, eine Reihe von reichen und komplexen Sprachen. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist jedoch, dass die Maya keine eigenen Sprachen, sondern nur Dialekte haben und deshalb in Stille leben. In Wirklichkeit sind die heutigen Mayas alles andere als sprachlos. Chiapas Maya Awakening, eine Sammlung von Gedichten und Kurzgeschichten indigener Autoren aus Chiapas, Mexiko, ist ein inspirierendes Zeugnis ihrer literarischen Leistungen. Die einzigartige dreisprachige Ausgabe präsentiert die Werke der Autoren in den lebenden Maya-Sprachen Tsotsil und Tseltal sowie in englischen und spanischen Übersetzungen.
Wie Sean S. Sell, Marceal M ndez und In s Hern ndez- vila in ihren einführenden Beiträgen erläutern, wurden die indigenen Autoren dieses Bandes zwischen Mitte der 1970er und Mitte der 1990er Jahre geboren, einer Zeit des wachsenden kulturellen Bewusstseins in den indigenen Gemeinschaften von Chiapas. Obwohl die Autoren eine formale Ausbildung erhielten, war ihre Unterrichtssprache Spanisch, und sie mussten eigene Wege gehen, um Lesen und Schreiben in ihrer Muttersprache zu lernen. In der ersten Hälfte des Buches, die der Poesie gewidmet ist, sprechen die Autoren bewusst für ihre Gemeinschaften. Ihre Verse beschwören den Quetzal, den Mond und das Meer und spiegeln die Identität derer wider, die sie feiern. Die folgenden Kurzgeschichten behandeln Aspekte des modernen Maya-Lebens. In diesen Geschichten führen Misstrauen und Verzweiflung zu Gewalt unter einem Volk, dessen Verbindung zum Land zwar stark, aber dennoch unsicher ist.
Das Erwachen der Maya in Chiapas zeigt, dass die Maya weder eine verschwundene alte Zivilisation noch ein abgelegenes, unterentwickeltes Volk sind. Vielmehr beanspruchen die indigenen Autoren dieses Bandes mit ihren einprägsamen Gedichten und Geschichten einen eigenen Platz in der nationalen und globalen Literatur.