
Memory in German Romanticism: Imagination, Image, Reception
Memory in German Romanticism behandelt die Erinnerung als zentrales Element in der Produktion und Rezeption der deutschen Kunst und Literatur der Romantik. Die Beiträge untersuchen den künstlerischen Ausdruck von Erinnerung unter den Kategorien Imagination, Bild und Rezeption.
Die romantische Literaturästhetik erhebt die subjektive Einbildungskraft zu einer primären Bedeutung für das Kunstschaffen. Sie geht über die Infragestellung von Vernunft und Objektivität, den beiden führenden intellektuellen Fähigkeiten der Aufklärung des 18. Jahrhunderts, hinaus und erhebt stattdessen die subjektive Erfindung zur Formung und Aufrechterhaltung von Gedächtnis und Imagination.
In der Tat versuchen Gedächtnis und Vorstellungskraft, beides Gehirnfunktionen, die Elemente der eigenen Erfahrung, die entweder auf die Vergangenheit (Gedächtnis) oder auf die Zukunft (Vorstellungskraft) gerichtet sind, kohärent zu einer Erzählung zusammenzufügen. Und wie Erinnerungen haben auch Bilder das Potenzial, emotionale Reaktionen hervorzurufen.
Diese Reaktionen leben in der Zeit weiter und werden Teil der räumlichen und zeitlichen Rezeption des Künstlers und seines Werks. Während die Vorstellungskraft Erinnerungen schafft und Bilder Erinnerungen auslösen und festhalten, schafft die Rezeption einen zeitlich-räumlichen Kontext für die Kunst, der sie organisiert und sie "erinnerungswürdig" macht, sowohl im Guten als auch im Schlechten.
Anhand der Kategorien Imagination, Bilder und Rezeption wird in diesem Band das Phänomen des Gedächtnisses der deutschen Romantik aus verschiedenen Perspektiven und in neuen Zusammenhängen untersucht.