Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Borderless Empire: Dutch Guiana in the Atlantic World, 1750-1800
Borderless Empire erforscht die wechselhafte Geschichte Niederländisch-Guayanas, insbesondere die vergessenen Kolonien Essequibo und Demerara, um neue Perspektiven auf die europäische Imperiumsbildung in der atlantischen Welt zu eröffnen. Bram Hoonhout vertritt die These, dass die imperiale Expansion eher ein Prozess der Improvisation auf kolonialer Ebene war als ein Projekt, das zentral von der Metropole aus gesteuert wurde.
Darüber hinaus betont er, dass die koloniale Expansion weitaus transnationaler war, als die oft verwendete Einteilung in „nationale Atlanter“ vermuten lässt. Dabei geht er über den Rahmen des „niederländischen Atlantiks“ hinaus, indem er die Verbindungen über kulturelle und imperiale Grenzen hinweg betrachtet. Die Offenheit von Essequibo und Demerara wirkte sich auf alle Ebenen der kolonialen Gesellschaft aus.
Anstatt auf Soldaten aus der Metropole zu zählen, verließen sich die Kolonisten auf indianische Verbündete, die entlaufene Sklaven einfingen und Revolten niederschlugen. Anstatt auf niederländische Sklavenhändler zu warten, kauften die Pflanzer versklavte Afrikaner von ausländischen Schmugglern.
Anstatt zu versuchen, die Kolonien mit Holländern zu bevölkern, hießen die lokalen Behörden Abenteurer unterschiedlichster Herkunft willkommen. Das Ergebnis war eine grenzenlose Welt, in der die Sklaverei von der Unterstützung der Indianer abhing und der koloniale Handel in der Illegalität verwurzelt war.
Diese Transaktionen schufen eine koloniale Gesellschaft, die weit mehr atlantisch als niederländisch war.