
The House as the Female Body in The House on Mango Street by Sandra Cisneros
Seminararbeit aus dem Jahr 2018 im Fachbereich Amerikanistik - Literaturwissenschaft, Note: 1,0, Universität Potsdam, Veranstaltung: Chicana Life Writing, Sprache: Deutsch Englisch, Abstract: Der Titel des Buches "The House on Mango Street" weckt Erwartungen und stellt Fragen nach dem Inhalt und der Intention des Buches. Wird es die Geschichte einer Familie im Süden sein, wo die Mangos wachsen? Werden wir verschiedenen Personen begegnen, die nacheinander dasselbe Haus bewohnen? Oder wird das Haus ein Unikat in dieser besonderen Straße sein? Sandra Cisneros erzählt die Geschichte eines Mädchens, Esperanza, das in einem Haus in der Mango Street in einem fiktiven Teil von Chicago lebt.
Die 44 Vignetten haben ihre Wurzeln in Geschichten, die Cisneros gehört, gesehen oder im wirklichen Leben erlebt hat. Der Singular im Titel sollte daher ein Plural sein, denn in dem Buch kommen viele Häuser vor. Esperanza besucht Familie und Freunde auf der Suche nach ihrer eigenen Zukunft.
Das Haus in der Mangostraße ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, aber die Häuser wachsen nicht in irgendetwas hinein.
Meistens verfallen sie. Warum also taucht ein Haus so prominent im Titel eines Buches über das Erwachsenwerden auf? Ich werde argumentieren, dass das Haus in diesem Buch als der weibliche Körper in einer patriarchalischen Gesellschaft gelesen werden kann.
Sein unbeweglicher Zustand ist eine Anklage angesichts der Notwendigkeit von Veränderungen. 1984 veröffentlichte Sandra Cisneros Das Haus in der Mangostraße und wurde zu einer der ersten viel gelesenen Autorinnen der Chicana-Bewegung. Eine Bewegung, die die Lücke füllte, die die US-amerikanische Frauenbewegung einerseits und die Chicano-Bewegung andererseits für Frauen mexikanischer Herkunft hinterlassen hatten.
Weiße Frauen aus der Mittelschicht kämpften für politische Gleichberechtigung, Frauenwahlrecht und Reproduktionsrechte; Latino-Männer kämpften für Chancengleichheit und Anerkennung durch die dominante weiße US-amerikanische Kultur. Die Chicana hatte wenig Interesse an politischen Rechten, da sie sich meist mit Fragen der Wäsche und des Kochens beschäftigte. Sie wollte nicht um die Anerkennung durch die dominante Kultur kämpfen.