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Rewriting Indie Cinema: Improvisation, Psychodrama, and the Screenplay
Die meisten Filme basieren auf einem in der Vorproduktion entwickelten Drehbuch. Doch seit den 1950er Jahren und bis hin zur jüngsten Mumblecore-Bewegung haben wichtige unabhängige Filmemacher mit dem traditionellen Drehbuch gebrochen.
Stattdessen haben sie sich neuen Ansätzen der Drehbuchgestaltung zugewandt, die eine komplexere Charakterisierung ermöglichen und den Schwerpunkt von der Seite auf die Performance verlagern. In Rewriting Indie Cinema erforscht J. J.
Murphy diese alternativen Formen des Drehbuchschreibens und wie sie den amerikanischen Film von den 1950er Jahren bis heute geprägt haben. Er zeichnet eine Strömung des Indie-Kinos nach, die sich der Improvisation und des Psychodramas bedient, einer therapeutischen Form des improvisierten Schauspiels, die auf den eigenen Lebenserfahrungen der Darsteller beruht.
Murphy beginnt in den 1950er und 1960er Jahren mit John Cassavetes, Shirley Clarke, Barbara Loden, Andy Warhol, Norman Mailer, William Greaves und anderen unabhängigen Regisseuren, die versuchten, eine neue Art von Erzählkino zu schaffen. Im 21. Jahrhundert entwickelten Filmemacher wie Gus Van Sant, die Safdie-Brüder, Joe Swanberg und Sean Baker ähnliche Strategien, wobei sie manchmal von der Freiheit der digitalen Technologie profitierten.
Durch die Lektüre von Schlüsselfilmen und die Analyse ihrer Techniken zeigt Rewriting Indie Cinema, wie die Abweichung vom Drehbuch die Grenze zwischen Fiktion und Non-Fiction verwischt hat. Murphy zeigt, wie Filmemacher versuchen, die Feinheiten des alltäglichen Verhaltens einzufangen, und liefert damit eine neue Geschichte des amerikanischen Indie-Films und wie er die industriellen Praktiken Hollywoods herausfordert.