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Making Judaism Safe for America: World War I and the Origins of Religious Pluralism
Ehrenvolle Erwähnung, Saul Viener Buchpreis 2019, verliehen von der American Jewish Historical Society
Eine fesselnde Geschichte darüber, wie das Judentum in den Mainstream der amerikanischen Religion integriert wurde
1956 beschrieb der Soziologe Will Herberg die Vereinigten Staaten als einen „dreifachen Schmelztiegel“, ein Land, in dem „drei Religionsgemeinschaften - protestantisch, katholisch, jüdisch - Amerika sind“. Diese Beschreibung einer amerikanischen Gesellschaft, in der das Judentum und der Katholizismus als gleichberechtigte Partner neben dem Protestantismus stehen, ist erklärungsbedürftig, da der Protestantismus lange Zeit die vorherrschende religiöse Kraft in den USA war. Wie kamen die Amerikaner dazu, den Protestantismus, den Katholizismus und das Judentum als „die drei Facetten der amerikanischen Religion“ zu betrachten? „Historiker haben sich oft auf die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs berufen, um diesen Wandel zu erklären. Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die sich wandelnden Vorstellungen von der amerikanischen Religion werden jedoch allzu oft übersehen.
In diesem Buch wird dargelegt, dass die Programme des Ersten Weltkriegs, die das moralische Wohlergehen der amerikanischen Soldaten schützen sollten, neue Ideen über religiösen Pluralismus in die Strukturen des Militärs einbrachten. Jessica Cooperman beleuchtet, wie jüdische Organisationen sowohl die militärische als auch die zivile Führung davon überzeugen konnten, dass jüdische Organisationen neben christlichen eine notwendige Rolle für das moralische und geistige Wohlergehen der amerikanischen Streitkräfte spielten. Dies allein war schon von Bedeutung, denn die Akzeptanz innerhalb des Militärs war ein nützliches Modell für die Akzeptanz in der Gesellschaft insgesamt.
Die Leiter des neu gegründeten Jewish Welfare Board (JWB), das zum exklusiven jüdischen Partner des Militärs bei den Bemühungen um das moralische Wohlergehen der Soldaten wurde, nutzten die durch den Krieg geschaffenen Möglichkeiten, um einen neuen Platz für das Judentum in der amerikanischen Gesellschaft auszuhandeln. Anhand der bisher unerforschten Archivsammlungen des JWB sowie von Briefen, Memoiren und Korrespondenz des Kriegsministeriums zeigt Jessica Cooperman, dass das Board in der Lage war, eine starke Kontrolle über die Ausdrucksformen des Judentums innerhalb des Militärs auszuüben. Durch die Einführung junger Soldaten in das, was sie als angemessen amerikanisierte Formen des Judentums und der jüdischen Identität ansahen, hoffte das JWB, eine Generation amerikanischer jüdischer Männer darauf vorzubereiten, jüdische Führungspositionen zu übernehmen und sich gleichzeitig bequem in die amerikanische Gesellschaft einzufügen.
Dieser Band zeigt, wie es dem JWB an diesem entscheidenden Wendepunkt der Weltgeschichte gelang, die Politik und die Macht der US-Regierung zu nutzen, um seine eigene Agenda voranzutreiben: die Zukunft des amerikanischen Judentums zu gestalten und seinen Platz als wahrhaft amerikanische Religion zu behaupten.