Bewertung:

Das Buch bietet eine umfassende Geschichte der jüdischen Gemeinde in Saloniki und beleuchtet ihren Aufstieg und Niedergang inmitten bedeutender kultureller und politischer Veränderungen. Es befasst sich mit dem Erbe der Gemeinde, ihrem Status unter osmanischer Herrschaft, den Herausforderungen im modernen Griechenland und den verheerenden Auswirkungen des Holocausts, und das alles mit einem wissenschaftlichen Ansatz.
Vorteile:Das Buch ist gut dokumentiert, wissenschaftlich fundiert und gut lesbar. Es präsentiert eine faszinierende und nuancierte Geschichte einer lebendigen jüdischen Gemeinde und ihres abrupten Verschwindens während des Holocausts. Viele Rezensenten loben die detaillierte Analyse, den fesselnden Schreibstil und die umfassende Behandlung des Themas, die das Buch zu einer informativen Lektüre machen.
Nachteile:Einige Rezensenten fanden die umfangreichen Fußnoten und wissenschaftlichen Verweise überwältigend, was zu einem Eindruck von Trockenheit oder mangelndem emotionalen Engagement führte. Einige Kritiker meinen, dass es dem Buch an originellen Analysen mangelt und dass es für Leser, die bereits mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde von Saloniki vertraut sind, weniger geeignet ist.
(basierend auf 17 Leserbewertungen)
Jewish Salonica: Between the Ottoman Empire and Modern Greece
Die als „Jerusalem des Balkans“ bezeichnete Mittelmeer-Hafenstadt Saloniki (Thessaloniki) war einst die Heimat der größten sephardischen jüdischen Gemeinde der Welt.
Der Zusammenbruch des Osmanischen Reiches und die Eingliederung der Stadt in Griechenland im Jahr 1912 lösten einen großen Umbruch aus, der die Juden von Saloniki dazu zwang, ihre Gemeinschaft und ihren Status als Bürger eines Nationalstaates neu zu definieren. Jewish Salonica ist das erste Buch, das die Geschichte dieses turbulenten Übergangs durch die Stimmen und Perspektiven der salonischen Juden erzählt, die sich einen neuen Platz in der griechischen Gesellschaft erarbeiteten.
Devin E. Naar reiste um die ganze Welt, von New York nach Saloniki, Jerusalem und Moskau, um in Archiven zu stöbern, die einst von den Nazis beschlagnahmt wurden. Diese in Ladino, Griechisch, Französisch und Hebräisch verfassten Archivalien zeigen in Kombination mit lokalen Zeitungen, wie die Juden von Saloniki in einer Zeit, die von aufkommendem Nationalismus und einer Wirtschaftskrise sowie von einer beispiellosen kulturellen und politischen Dynamik geprägt war, eine neue hybride Identität als hellenische Juden entwickelten.
Die Juden Salonicas - Zionisten, Assimilierte und Sozialisten - stärkten ihre Verbindung zur Stadt und beanspruchten sie bis zum Holocaust als ihr Eigentum. Anhand des Falles der Juden von Salonica zeigt Naar die vielfältigen Erfahrungen einer verlorenen religiösen, sprachlichen und nationalen Minderheit an der Schnittstelle zwischen Europa und dem Nahen Osten auf.